Wenn dein Kind dich morgen fragt, was Liebe ist, dann sollst du ihm sagen:

•9. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Ach, wenn ich das wüsste.
Es ist ein Sturm, der die Sinne vernebelt, dich Sachen tun lässt, Entscheidungen fällen, die du hin und wieder bereuen wirst. Und jubelnd feiern, schulterklopfend und schulterbeklopft.
Es ist ein Magengrimmen, ein Innentoben, manchmal, weil zuviel von etwas da ist, manchmal, weil zu wenig.
Es ist der Himmel auf Erden.
Es ist das sichere Wissen, dass der Sprung, den du da gerade wagst, alles ändern wird, unwiderruflich, ein Allesbedeuten, Allesändern, Allesverrücken. Ein Altes beweinen, ein Neues fürchten, ersehnen, begrübeln, kaum erwarten können.
Es gibt dem Leben Sinn und Glück.
Es ist die Mutter des inneren Kuddelmuddels, der wahre Durcheinanderbringer, aber auch Wiederzusammenfüger.
Es ist der Wunsch, darauf verzichten zu können und das sichere Wissen darum, genau das aber gar nicht zu wollen, denn siehe, es ist gut, aber nicht alles.
Es ist das Willkommenheißen des Schmerzes, der Lust, der Sorge, des gurgelnden Lachens, der Bedenken, des unverdrängbaren Grinsens.
Es ist das Wunder, dass zwei Menschen staunend zueinander finden, sich unter Schmerzen verlieren, wieder zueinander finden – sich schöne Dinge sagen, sich hässliche Dinge sagen, sich schöne Dinge sagen.
Kurzum: Kind, ich habe keine Ahnung.

Skandalon

•7. Juli 2009 • Kommentar schreiben

Wenn ein Interesse und eine Idee zusammenstoßen, ist es immer die Idee, die sich blamiert.

Ernst Bloch

Bad Idea

•24. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Mein Opa bekam unlängst zwei Probeexemplare von Idea Spektrum zugeschickt. Man bedankte sich für sein Interesse und die Bestellung. Sogar eine Herrenarmbanduhr wurde in Aussicht gestellt.
Kleiner Schönheitsfehler: Opa liegt seit zwei Jahren six feet under.
Entweder ist man in der Aboabteilung des Hetzblattes ernsthaft verzweifelt, oder man hinkt nur zwei Jahre hinter der aktuelle Entwicklung her. Könnte ja auch schlimmer sein.

Hochzeitseinladung mal anders…

•21. Juni 2009 • Kommentar schreiben

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Spring, George!

•13. Juni 2009 • Kommentar schreiben

George Bush ist aus einem Flugzeug gesprungen. Aber zu spät, der falsche und mit Fallschirm.
Papa Bush feierte so heute seinen 85. Geburtstag. “Nur weil man alt ist, muss man nicht doof in der Gegend herumsitzen.”
Richtig so! Tolle Einstellung. Mobil sein ist schon mal gut. Besser finde ich, etwas von dem zurückzugeben, was man im Leben erhalten hat. Generativ leben, nennt man das. Senioren (auch wenn sie bei der EU-Wahl mit einer Unzahl von Parteieln angetreten sind) scheinen ja eher out zu sein. Zu unrecht. Denn sie haben etwas, das Jüngeren fehlt: Erfahrung, Überblick, Geduld, Weisheit. Manchen von ihnen jedenfalls.
Die Jungen sind auf dem Vormarsch, sicher. Aber wohin? Krise und rezession sind eher ein Produkt der Jungen und des Mittelalters.
Also: Wenn aktiv, dann vielleicht auch einmal für und mit anderen? Etwas weitergeben?
Aber wenn ich’s mir recht überlege: Es war ein Tandemsprung.

Das Motto des Tages…

•10. Juni 2009 • Kommentar schreiben

couldnt fail
…ist natürlich eine Frage. Ich verdanke sie Roland.

Im religiösen Supermarkt an der Schnäppchentheke

•9. Juni 2009 • 3 Kommentare

“Als junger Mensch und Theologe weiß man so viel über ihn zu sagen. Je älter man wird, um so rätselhafter wird einem dieser Gott…. Glauben heißt, sich dem Geheimnis des Lebens anvertrauen, obwohl man es nicht entziffern kann.“ (Fulbert Steffensky)

Wie schon häufig angemerkt dient mein Bloggen größtenteils dazu, metaphysisch-soziologischen Druckabbau zu betreiben. So auch heute.
Denn es schockiert mich immer wieder, mit welch dreister Selbstverständlichkeit jeder Hinterhoffuzzi sich für berufen hält, die eine oder andere ‘überkonfessionelle’, ‘zeitgemäße’ Gebilde ins Leben zu rufen und so zu tun, als habe es vor Ort vorher nichts christliches gegeben und die Welt nur darauf gewartet. Das kotzt mich wirklich an. Können die es nicht erst einmal mit einer Therapie versuchen, bevor sie andere Menschen in die Kompensation ihres Minderwertigkeitskomplexes hineinziehen?
Welch ein Elend, einen Blick auf die wie die Pilze aus dem Boden schießenden Homepages dieser Möchtegerngesellschaftstransformierer zu werfen. Grafisch manchmal einigermaßen erträglich (wenn es ihnen beriets in ihrer Startupphase ist, einer der vor Ort bestehenden Kirchen einen Grafigdesigner abzuwerben), aber der Inhalt ist doch immer derselbe semitheologische Brei: 1. Wir haben den Herrn Jesus ganz doll lieb, 2. Wir haben die Bibel ganz doll lieb, und wenn jemand sagt, dass da etwas nicht so ganz drann stimmt, dann fangen wir an zu heulen, 3. Wir finden irgendwie Menschen ganz toll, und wir haben das, was ihnen fehlt.
Und dann trifft sich da eine Gruppe hipper junger ChristInnen, denen ihre alte Gemeinde nicht doll genug war, und macht so vor sich hin.

Ja, die bestehenden Gemeinden sind erschreckend oft zum Kotzen. Aber ist das wirklich ein legitimer Grund, seinen eigenen Kuschelclub aufzumachen? Ich weiß nicht. Spaltung ist Sünde, habe ich mal gelesen.
Ob ich eifersüchtig bin? Vielleicht. Wobei ich auf keinen Fall mit irgendwelchen eklig motivierten jungen Christen in einem Raum rumhocken will, die Gemeinde dazu hernehmen, ihr Ego metaphysisch auszupolstern. Bäh.

Gott ist bei der Auswahl seines Bodenpersonals wirklich ganz schön weitherzig. Hm, besser ist das.

Heute gehört uns Australien…

•1. Juni 2009 • Kommentar schreiben

Philip Powell, a Pentecostal preacher and a former general-secretary of the AOG, is concerned by the more flamboyant Pentecostal churches. “It is my conviction that the present Pentecostal leaders like Brian Houston [pastor of Hillsong] and Phil Pringle [pastor of Christian City Church] have hijacked the godly movement, which was simply a fellowship of churches. They have turned it into a hierarchical denomination for selfish purposes and ends. It has become a fellowship of ministers, not churches,” he says.

“Many of these ministers have made themselves multi-millionaires. They are no more than business magnates who benefit from the tax-free status of corporations that they lead. They are not ‘pastors’ but business managers who have cashed in on a loophole in the Western governmental tax system.”

Hier der komplette Text

Auf der Flucht

•31. Mai 2009 • 2 Kommentare

Seit er nicht mehr professioneller Gottesdienstbesucher war, wusste er sehr genau, was es bedeutete, einen der wenigen freien Sonntage in den Kirchenbesuch zu investieren. Zu zweit ging das, alleine war es schon schwerer, meistens funktionierte es jedoch. Und wenn man dann erst mal da war, dann war man ja auch froh, sich überwunden zu haben. In seiner Gemeinde war im Moment einiges in Bewegung, und da wollte man ja dann auch dabei sein.
Heute begann der Godi extra spät, und das Internet versprach sogar eine extra gute Predigt. Also hin. Auf die Empore (weil mal wieder zu spät und sowieso). Hingesetzt – niemand nahm Notiz, jeder mit sich selbst beschäftigt. Der Aushang verkündete: Heute nur Lieder aus dem ollen Buch – Nr. 256, 257, 259, 261 – da hatte jemand sich richtig Gedanken gemacht. Ein olles Lied, das niemand kannte, wurde runtergeleiert. Dann die Ansage, die meisten seien ja heute auf Gemeindefreizeit. Noch ein Lied.
In ihm rief eine gequälte Stimme: RAUS HIER!
Diese Stimme kannte er seit seiner Gottesdienstbesucherkindheit, hatte sie ignoriert. Er kannte sie aus seiner ersten Gemeinde als Pastor, hatte sie ignoriert. Hatte sie auch hier oben auf der Empore schon oft vernommen – und ignoriert.
Bis heute.
Aber die Predigt, dachte er. Es nutzte nichts. Er klappte das Buch zu. Laut. Niemand bemerkte es. Stand auf. Niemand bemerkte es. Ging zögernd zum Ausgang, drehte sich um und blickte bittend zurück. Niemand bemerkte es. Ging die Treppe hinunter, durch die Tür. Niemand bemerkte es.
Draußen schien die Sonne.
“Das hast du gut gemacht”, sagte die Stimme in ihm, während er todtraurig zum Auto schlurfte.
Aber die Predigt hätte er schon gerne gehört.

To Do

•29. Mai 2009 • Kommentar schreiben

Einst lagerten sich meine To Do’s an diversen Stellen ab, wie Kalk an einem Herzkranzgefäß:
-Monitor (Post it)
-Monitor (Software, die Post it imitiert)
-Zettel auf Schreibtisch (diverse bis zahllose)
-Zettel in Hosentasche (gerne auch ge- und damit verwaschen)
-Smartphone (digital gespeichert)
-Smartphone (Post it draufgeklebt für besonders Wichtiges)
-Outlook (entsprechender Ordner)
-Outlook (als gelber Pseudotermin in den Tagesablauf kopiert)
Und ich hatte immer, immer ein schlechtes Gewissen, und meine Seele sprach zu mir und sagte: “Du faule Sau, dein Leben ist ein hässliches Chaos”

Dann kam die Mindmap in mein Leben. Und siehe, alles wurde neu.
Nun sind alle Aufgaben hübsch nach Themenbereichen geordnet. Ich bin immer froh, wenn etwas Neues hinzu kommt und das Bäumchen noch hübscher mache. Inzwischen präsentiere ich es sogar gerne stolz, wenn jemand ins Büro kommt und nett fragt: “Was machst du denn eigentlich gerade?” Angesichts der grünen, gelben und (leider manchmal auch) roten Rechtecke kommt dann auf jeden Fall ein (bewunderndes?) “Puuuuh!”
Das macht alles richtig viel Spaß. Und meine Seele spricht zu mir und sagt: “Dein Leben sieht zwar ganz schön kompliziert und verästelt aus, aber hübsch isses.”