Folgender Eidestext wurde mit soeben von meinem Vorvorgänger zugestellt. Anstatt vor meinen Katzen als Eidgenossen so stramm wie nach einem bannig intensiven Schulungstag möglich zu stehen, bitte ich um Kommentare
„Amtseid für Gemeindejugendwerks-Pastoren, Referenten etc.
Ich gelobe, mich als Pastor (Referent, Priester, Lohnsklave etc.) im Gemeindejugendwerk dafür einzusetzen, dass ich im Glauben wachse, damit ich und andere davon profitieren.
Ich gelobe, dass ich mich in erster Linie für das Wohl der Kinder, Jungscharler und Jugendlichen in unseren Gemeinden einsetze, denn sie bilden das GJW. Dann folgt lange nichts, und erst später kommen die Belange der Gemeinden, des Landesverbandes und des Bundes.
Ich gelobe, regelmäßig an Fortbildungen teilzunehmen, damit meine Beschränktheit ein wenig kleiner wird.
Auch wenn ich Pastor bin, erkenne ich alle Mitarbeiter, hauptamtliche wie ehrenamtliche, als Priester des lebendigen Gottes an, mit denen ich auf gleicher Augenhöhe verkehre. Ich setze mich für ein kollegiales Miteinander ohne Hierarchien ein.
Ich gelobe, mit der notwendigen Portion Humor und Unsinn die Verhältnisse in den Gemeinden, im Landesverband und im Bund auf ihren Sinn hin zu hinterfragen.
Ich gelobe, die Satire als legitimes Mittel der prophetischen Rede anzuerkennen und zu praktizieren. (Falls ich dazu zu ernst bin, gelobe ich, Menschen zu suchen, die mich nicht so ernst nehmen.)
Ich gelobe, mich dafür einzusetzen, dass alle Menschen, mit denen ich zu tun habe, selbständig werden im Denken, Leben und Glauben, auch wenn man sich unter Christen dadurch nicht nur Freunde macht.
Ich gelobe, mich auf den Weg zu machen, damit ich mich mehr und mehr durch mein Sein definiere und nicht durch mein Tun.
Ich gelobe, dass das GJW ein Raum sein wird, in dem Menschen, die in ihren Gemeinden verletzt wurden oder gescheitert sind, neue Erfahrungen mit Gott machen können, damit sie fähig werden, wieder in ihre Gemeinden zu gehen, um diese zu verändern.
Ich gelobe, mich einmal in der Woche nackt vor den Spiegel zu stellen, um zu erkennen, dass ich ein Narr bin. Dies soll mir Ansporn sein, im franziskanischen Sinn ein Narr Christi zu werden.
Ich gelobe, den Leiter des Bereiches Jugend im Bund für einen netten Menschen zu halten und mehr nicht.
Ich gelobe, diesen Amtseid mit der nötigen Prise Anarchie in die Praxis umzusetzen.
Dieser Amtseid wurde verbal inspiriert von: Gerrit Pithan“


