Es ist dem ADAC gelungen, mich zu Tränen zu rühren. Ich bin Gold-Plus-Mitglied.
Zehn Jahre Mitgliedschaft, das ist in Zeiten des Wandels und der Unbeständigkeit plastikgewordene Manifestation unverrückbarer Werte.
1997… Da saß ich frisch verheiratet im meerumschlungenen Kiel, fieberte dem Vorstellungsgespräch in einer gewissen Münchener Gemeinde entgegen, freute mich auf eine Festanstellung und hoffte, bald dann so richtig erwachsen zu sein. Mein größtes Problem war eine Professorin der Kirchengeschichte, die drohte, mir aufgrund massiver Ahnungslosigkeit ihrerseits („Was ist Akkon?“) die Magisterprüfung zu versauen. Hach, was waren das für Zeiten.
Und was ist in diesen zehn Jahren nicht alles passiert. Freud und Leid en masse. Ein Riesenschwung Lebenserfahrung.
Keine Karriere und recht wenig von dem, was man gemeinhin Erfolg nennt.
Und da wurde mir gestern klar: Auch wenn ich oft vergeblich um Gelingen und Erfolg gefleht habe – Gott hat mir wohl gerade dadurch, dass er mich nicht mit Erfolg überhäufte, einen großen Gefallen getan. Macht und Karriere versauen nun einmal den Charakter. Und auch wenn mein Charakter (die Sau) nicht der tollste ist, kann ich doch immerhin morgens noch gefahrlos in meinen viel zu kleinen Spiegel sehen.
Also Gold für 10 Jahre Pannenhilfe. Die ich ein Leben lang benötigen werde.