Vielleicht lag es an den 14 am Stück durchgearbeiteten Tagen. Sicher hatte auch die gestrige Festivität (Bericht folgt) etwas wenig Zeit fürs Schlafen gelassen.
Auf dem Rückweg vom Kennenlernen eines unter Umständen baldigen Familienmitglieds names Sharky war die Schnellstraße eben noch vierspurig gewesen, mit dichtem Buschwerk in der Mitte. Also überholte ich gelangweilt einen lahmen 7er BMW. Plötzlich hörte ich mich Laute wie „Uh-uh-UH!!!“ ausstoßen und sah interessiert nach vorne, um die Ursache dieses seltsamen Verhaltens zu ergründen. Ein schnell größer werdender schwarzer Audi schleuderte mir wild aufblendendes Fernlicht in die ahnungslosen, stark verengten Pupillen. „Doch nur zwei Spuren“, buchstabierte das Unterbewusstsein mühsam.
Der Kopf setzte aus. In Vertretung veranlasste das Rückenmark dasselbe Verhaltensschema wie beim Überholen zu breiter LKWs in zu engen Autobahnbaustellen: Blick geradeaus, Lenker gerade, langsam atmen, Ellenbogen einziehen. NICHT DENKEN.
Drei Autos passierten einander mit 100 km/h. Kein Blatt hätte dazwischen gepasst.
Ein Kollegenzitat schoss mir durch das endorphindurchtränkte Hirn.
„Skurril.“
Ich lebte noch. Das Auto hat kein ABS. Ich lebte noch. Das Auto hat keinen Airbag. Ich lebte noch. Aufprall mit 200 Sachen. Ich lebte noch. War das wirklich passiert?
An der nächsten roten Ampel schrumpfte ich im Fahrersitz aus Rückspiegelreichweite und drückte verstohlen den Türpin nach unten.
September 2007
30. September 2007
Nah Tod. Erlebnis. 110,4
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Kühne Pläne, Kunstkram und Herzklabaster |[2] Comments
28. September 2007
Die hören einfach nicht auf… 110,4
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Alltagsgedöns |[2] Comments
Heute morgen hat T-Online mich dann auch noch zu einem Trip ins öde Stadtallendorf gezwungen (inoffizielle Partnerstadt von Espelkamp und Bitterfeld). Dort durfte ich einen völlig überflüssigen DSL-Splitter abholen, den man mir ohne jeden Anlass zuzusenden beliebte.
Aber auf dem Benachrichtigungszettel der Post steht ja leider nicht: „Ist nur ein Splitter, lass ihn getrost auf dem Amt verrotten.“
Nun ist aber langsam mal wirklich gut.
27. September 2007
T-Offline – ich glaub’, mich trifft der Schlag
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Garstig oder sonstwie theologisch relevant |Leave a Comment
Als ich gestern abend von einer bezaubernden Grillparty zurück kam, wartete im Briefkasten schon der nächste DSL-Hammer:
Eine Rechnung von T-Online für den Monat Oktober über 70 Euro.
Heute erst mal mit Schaum vor dem Mund die Hotline konfrontiert. Leute, seit dem 15.8. bin ich offline! Wofür soll ich dann bitte schön bezahlen?
Der Hotlinemensch schafft es, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen:
„Na ja, sie haben ja drei Monate Kündigungsfrist. Das läuft dann im November aus, nicht wahr.“
Gleißende Feuerflammen schossen aus meinen Nüstern, während ich mit knirschenden Zähnen fragte, wieso ich für etwas bezahlen solle, das man mir schon längst abgeklemmt hatte.
„Einen Moment bitte.“
Blutsturzförndernde Dudelmusik.
„Hören sie?“
„Ja, leider.“
„Ich lösche die Rechnung hier bei uns. Das geht dann so in Ordnung.“
„Ok. Schöntachnoch.“
Keine Entschuldigung, keine Erklärung. War ja auch nicht zu erwarten.
26. September 2007
1&1 – nicht meins… 110,7
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Alltagsgedöns |[3] Comments
Geschlagene zwei Monate warte ich nun schon auf den DSL-Anschluss von 1&1. Seit dem 15.8. ist das Schweinsberger Refugium internetlos, nachdem diese inkompetenten Pappnasen mich davon überzeugten, den vorhandenen T-Online-Anschluss zu kündigen. Man würde umgehend den neuen Anschluss schalten. „Nur ein paar Tage Wartezeit.“ Unzählige Anrufe bei der Hotline mit ohrenblutsturzfördernder Dudelmusik resultierten in Aussagen wie: „Öhmtja, vielleicht wird das ja nächste Woche was.“ Oh ja, man kann den Bestellstatus auch online abfragen (ganz toll, wenn man dank 1&1 nicht mehr online gehen kann). Da steht dann emphatisch: „Ihr Auftrag wird bearbeitet. Bitte gedulden sie sich noch etwas.“
Aber nun wird alles wieder gut. Letzte Woche den Vertrag wegen nichterbrachter Leistung gekündigt. Selbstredenderweise gibt es darauf keine Reaktion.
Stattdessen bei Congstar angemeldet. Bin hin und weg. Nach zwei Stunden kam die Bestätigungsmail – mit einer festen Terminzusage! Etwas, das 1&1 in zwei Monaten nicht geschafft hat, macht Congstar innerhalb einer Woche klar. Ab 2.10. bin ich wieder online.
25. September 2007
Kann Predigen erotisch sein? 110,0
Posted by diewahrheitistuntoedlich under 1 | Schlagworte: Bloggers hedonistische Bauchnabelpulerei |[4] Comments
Jetzt bekomme ich bestimmt wieder Ärger. Aber die Frage drängt sich mir gelegentlich auf. Es ist doch so – man wirbt um die Aufmerksamkeit einer erst einmal eher gleichgültig-gelangweilten Masse. Legt sich ins Zeug, gibt alles, schwitzt, formuliert, fühlt ins Auditorium.
Es kommt vor, dass der Funke zündet. Dass etwas entsteht, ein zartes Band, das wächst und gedeiht. Man erkennt es an den Lachern. Sind sie laut und ausgelassen, ist es schon
mal gut. Sind sie kurz und unterdrückt, in eine tiefere Konzentration hinein (man will nichts verpassen), ist es besser.
Es kommt vor, dass man eins ist mit der Masse. Die Leidenschaft miteinander teilt; dieselbe Sehnsucht, dassselbe Ziel. Es ist so, als ob der Schlag der Herzen sich unbemerkt synchronisiert.
Mal ehrlich, das hat was von S…
Es gibt aber auch diese anderen Erfahrungen. Wenn man merkt: „Heute wird das nix.“ Religiöse Impotenz. Es will nicht zünden.
So oder so – wenn ich dann nach einem Gottesdienst oder einer Jugendstunde mit Vmax über die regennasse Autobahn jage, bin ich alle. Leergebrannt. ‘Erfolge’ sind schnell vergessen. ‘Misserfolge’ niemals. So oder so, es ist so, wie Sören Kierkegaard es in seinem Tagebuch formulierte:
„Ich komme soeben aus einer Gesellschaft, deren Mittelpunkt ich war. Die
Witzworte strömten von meinen Lippen. Alles bewunderte mich. Und ich, ich ging
hinaus und ———-der Gedankenstrich muß so lang sein wie die Radien der Erdbahn ——, ich ging hinaus und wollte mich erschießen.“
Der Pastor nach der Predigt ist in etwa so lebensfroh wie der Lachs nach dem Laichen.
23. September 2007
„Unsere Jugend wächst so schnell. Wäre gut, wenn erstmal keine Neuen dazu kommen.“ 111,1
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Alltagsgedöns |[2] Comments
Ja, die Art der Probleme in Jugendgruppen ist durchaus vielfältig.
Ein begegnungsintensives und landstraßenkilometerfressendes Wochenende ist vorbei.
Jetzt ist bis morgen früh Koma angesagt.Dann geht’s weiter.
21. September 2007
Kann mir das mal jemand erklären?
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Alltagsgedöns |Leave a Comment
21. September 2007
Leiche 21 110,8
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Katzerei |Leave a Comment
Habe mitgezählt. Als Sumi gestern abend triumphal kieksend durch die Katzenklappe stürmte, war es der einundzwanzigste Nager, der in diesem Jahr unfreiwillig Zugang zu meiner Wohnung erhielt. Inzwischen kratzt es mich nicht mehr weiter, wenn sie sich gemütlich neben mir auf den Boden hockt und das Ding gemächlich verspeist. An was man sich so alles gewöhnt.
Anscheined hielt sie es für einen gelungenen Kompromiss aus Hunger und Höflichkeit, mir die Hälfte übrig zu lassen.
Die andere Hälfte finde ich dann heute abend irgendwo auf dem Fußboden. Emerging Mageninhalt.
20. September 2007
"Das haben die von Alfa geklaut!" 109,9
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Bloggers hedonistische Bauchnabelpulerei |Leave a Comment
Irgendwann muss ich dringend lernen, noch häufiger die Klappe zu halten.
Christopher und ich waren gestern auf Betriebsausflug. Da mein Ibiza mir langsam unter dem Hintern wegrostet, steht nächstes Jahr ein Autokauf an. Logische Konsequenz: IAA.
Die Hemmung, sich unter den kritischen Augen nur oberflächlich lächelnder Hostessen in Autos zu setzen, von denen man nur träumen kann, und sie erst auf ungeduldige Klopfsignale hin wieder frei zu geben, sinkt von Halle zu Halle.
Mein persönlicher Höhepunkt war natürlich der Alfastand. Lecker.
Bei Seat (man ist ja Realist) kommentierte ich die versteckten Hintertürgriffe des neuen Leon wie in der Überschrift ausgeführt. Plötzlich sprang eine eifrige Hostess hinzu, gab den Umstand zu und erläuterte ihn eloquent.
Christopher hatte währenddessen nur Augen für den Altea Freetrack. Zusammen mit Jörg, der uns inzwischen verstärkte, konnten wir ihn nur dadurch von der Kiste weglocken, dass wir zu einem wahren Männerspielplatz weiterzogen: Auf einem abenteuerlichen Parcours mit Knallersteigungen, Buckelpisten und einer Wippe Geländewagen fahren. Nur als Beifahrer, aber dafür war ein Altea dabei.
So waren wir alle glücklich.
Beruhigende Erkenntnis: Selbst bei einem noch so fetten Lottogewinn würde ich für mein absolutes Traumauto nicht mehr als 35.000 Euro ausgeben (plus Mehrwertsteuer).
Aber das sind Utopien.
18. September 2007
Ich war im Grand Canyon! 110,9
Posted by diewahrheitistuntoedlich under Allgemeines | Schlagworte: Alltagsgedöns |1 Comment
Allerdings nur in meiner Zunge.
Der gute Onkel Doktor begnügte sich nicht etwa damit, meine drei großen Amalgamruinen rauszubohren. Als schließlich nach viel Getöse der heißgelaufene Bohrer wieder schwieg und ich mit leichtem Röcheln einen dunklen Schwung Amalgamschlamm ausspülte („Das ist gar nicht schädlich für sie,“), war von 25, 26 und 27 so gut wie nix mehr da. Downtown Hiroshima.
Wenigstens schäkerte die bemühte Assistentin während diverser Abdruckphasen und anderer Renovierungsmaßnahmen massiv mit mir rum. Männer tendieren irrtümlicherweise dazu, solche Dinge ernst zu nehmen und sich für attraktive Knaller zu halten. Auch dann, wenn sie sich mit blutverschmierter Schürze und leise wimmernd krampfhaft an der Lehne festkrallen. Sicher kein Anblick, der Interesse weckt. Aber die Natur hat das wohl so eingerichtet, damit die menschliche Art nicht ausstirbt.
Da hat sie aber nicht mit mir gerechnet. Laut Maslowscher Bedürfnispyramide denke ich auf dem Behandlungsstul an nichts als das reine Überleben, so dass es zu keinerlei Missverständnissen kommen konnte.
Man sagt auch einfach nicht „Gib mir doch mal deine Nummer, Süße“ zu einer Dame mit einem geschliffenen Stechbeitel in der Hand, der an Dschingis Khans Brieföffner erinnert. Erst recht nicht, wenn sie so wirkt, als ob sie damit umgehen könnte.
Egal.
Am Ende kam dann noch eine erfreuliche Überraschung. Onkel Doktor verkündete, er würde die drei Ruinen mit Keramik veredeln, und zwar zum Preis der Edelstahlversion. Will meinen: Ich spare richtig Schotter. Weil er sein eigenes Labor hat und damit die Zwischenhändlerkosten wegfallen.
So bekam er dann das freundlich-schadhafte Lächeln, das seiner Assistentin vorenthalten worden war.