Crowdsourcing
Steve Fosset ist tot. Sagt das Gericht.
Zuvor wurde er monatelang gesucht – zu Fuß, per Pferd, aber auch im Internet. 50.000 User suchten ihn nach einem speziellen System über Google Maps. Schwarmintelligenz.
Projekte wie Mechanical Turk, HumanGrid, InnoCentive und Marketocracy nutzen die billige Masse des Beliebigen.
Seit ich das entsprechende Buch von Frank Schätzing gehört habe (der Stil lässt erahnen, dass bald ein Film folgt), fühle ich ein neues Zeitalter der Massenaktivitäten sich nähern.
Kollege Rinke spricht von neuer Solidarität – ich sehe da wie immer ein paar Nuancen dunkler. Weniger Individualismus, mehr Masse, Herde, Menschenklumpen. Was am Ende auch bedeuten könnte: Eine Renaissance des totgeglaubten Gemeindegedankens. Der Mensch braucht eine Fahne, sagte schon Kurt Tucholsky. Etwas, wo er rückenmarkgesteuert vorsprachlich gröhlend hinterherlaufen kann. Dessen Inhalt? So gut wie egal.
Das passiert. Immer wieder. Dann lange nicht. Wellenbewegungen. Modeerscheinungen.
Dazu habe ich ein Wort vom Herrn Kurt für euch.

Hey Tom,
bist du eigentlich Kulturpessimist oder ist dein Blog nur ein Ort von manch pessimistischem Gedanken?
Die Menschen und die Welt sind gar nicht soo schlimm, auch wenn man mit gleicher Überzeugungskraft das Gegenteil behaupten könnte.
Gruß,
Nils
Frisch verknallt oder was?
Dauerhaft
Nein, eigentlich nicht, aber die Sonne scheint
Siehste, gibt doch für alles ‘ne logische Erklärung
Nö, kennst mich doch – Pessimisten werden nie enttäuscht.
Und außerdem will man ja unterhaltsam sein. Pessimismus macht doch immer so schön melancholisch