Interessante Phase. Vieles ist mir in den letzten Tagen und Wochen klar geworden. Aber es ist ja nicht so, dass mit dem Beantworten von Fragen alles aus ist und man in den seelischen Erholungsurlaub fahren kann. ganz im Gegenteil. Jetzt scheint’s erst richtig los zu gehen, und in der Innenwelt summt es wie in einem Bienenstock.

Politisch agieren? Schön und gut. Aber nun will Kontakt aufgenommen werden, Infos über den Bverein wollen eingeholt werden, zu dem ich mich nun zähle. Perspektiven des Engagements? Warum greift Mensch immer gleich zu den Sternen, sinniert über Aufstiegsmöglichkeiten, Entfaltungsräume usw? Das war doch überhaupt nicht Sinn des Engagements. ist es denn so schwer, mal die Füße still zu halten? Sind Eitelkeit und geltungsdrang so dominant, dass sie wie ein aufgezogenes Spielzeugauto wirklich immer und überall durchstartgeil sind, Scheiß auf den Kontext? Boah, wie unerlöst.

Theologisch agieren? Ok, jetzt habe ich erst einmal mehr als genug Stoff, um Dinge zu durchdenken, in die Tat umzusetzen, andere davon zu begeistern. Aber das ist nun auch nicht der Stein der Weisen, Alter! Was unterscheidet dich vom Fundi, wenn du nur noch eindimensional und schmalspurig denken und handeln kannst?

Sozialdiakonisch agieren? Übernimm dich nicht, versprich nicht zu viel. Langsam herantasten, das Ziel im Auge behalten. Was war noch mal das Ziel?

Wie ein Aufbruch fühlt sich dies alles an, und es ist schön. Sehr schön. Schon klar, dass es sich (nur?) um eine Phase handelt. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“. Nur vor dem Verzetteln und beim Weichenstellen hilft er leider nicht, das ist weiterhin Handarbeit.

Beides bin ich recht gerne, frage mich jedoch gelegentlich, wie dies mit jenem zusammen passt. Von wegen Erwartungen. Am Wochenende hatten wir große Konferenz, und in diesem Kontext ist es wichtig für meinen Verein, dass er sich auf einigermaßen respektable Weise darstellt. Nachdem ich das schon ein paarmal mitgemacht habe, dachte ich mir, es sei angemessen, ‘nur’ durch Andacht und Workshop in die Kamera zu lächeln (neben ein paar anderen Sachen, die aber niemand sieht) und ansonsten auch einmal andere vor zu lassen. Während der Präsentation unseres Vereins, die bisher immer ich durchgeführt hatte (bzw. ordentlich dabei mitgemischt) blieb ich diesmal in der letzten Reihe sitzen.

Das war vielleicht ein Gefühl! Definitiv außerhalb der Komfortzone. „Der Pastor hat an Deck zu sein“, instruierte mich einst ein  Kollege – will meinen: Gesehen werden und gesehen werden. Das A und O des pastoralen Daseins? Dann war ich auch noch kurz draußen, als man mich zum Segnen auf die Bühne holen wurde, und es wurde öffentlich gemutmaßt, ich sei wohl schon gefahren.

Also, was ist wichtig(er) in diesem Job? Ist man Geisel und Besitz der Gemeinde, der hin und wieder hübsch herausgeputzt zur allgemeinen Beruhigung der Massen vorgeführt wird? Ach, was die Leute denken… Menschen sind vergesslich. Aber was ich selbst an Erwartungen spüre und zu befriedigen suche, das ist die Frage. Rollenerwartungen, das ist das Stichwort.

Die ewige Frage bleibt, was ich tun will: Das Gute oder das Sichtbare.

Je älter ich werde, desto weniger zweifele ich an mir selbst und desto mehr zweifele ich am Urteil der Masse.
Ist das Starrsinn oder Weisheit?
Wohl beides.
Und welche Konsequenzen hat das?
Ist Up To You am Ende so lebenstauglich wie der Kommunismus?

Komme gerade aus dem Krankenhaus. Hatte auf Blinddarm getippt. Aber dann waren es doch die Mandeln.
Da soll sich noch einer auskennen.

„Heiler Temperament (INFP)

Anteil in der Bevölkerung: 1 %
Bekannte INFP Heiler: Albert Schweitzer, Prinzessin Diana

Nach außen vermitteln Heiler das Bild ausgeglichener angenehmer Menschen. Sie werden oft als zurückhaltend und manchmal sogar als schüchtern betrachtet. Obwohl sie anderen gegenüber eine kühle Reserviertheit zeigen, sind sie im Inneren alles andere als kühl. Sie können sehr fürsorglich sein, was man bei anderen Typen nicht immer findet. Für besondere Personen oder Angelegenheiten setzen sie sich engagiert ? ja leidenschaftlich ? ein. Wollte man diesen Typus mit einem Wort beschreiben, so wäre idealistisch zutreffend.

Am Arbeitsplatz sind Heiler anpassungsfähig. Sie sind neuen Ideen und Informationen gegenüber aufgeschlossen, sind sich anderer Menschen und deren Gefühle bewusst und stehen zu den meisten ihrer Kollegen in gutem Verhältnis, wenn auch mit einer gewissen psychologischen Distanz.

Heiler verabscheuen es, telefonischen Unterbrechungen ausgesetzt zu sein, und arbeiten ebenso gut allein wie mit anderen. Sie zeigen Geduld in komplizierten Situationen, nicht aber, wenn es sich um routinemäßige Kleinarbeit handelt. Während ihre Fehler in der Beurteilung unterlaufen können, geschieht dies nur selten in der Bewertung. Die Wahl ihrer beruflichen Laufbahn kann sich innerhalb solcher Gebiete wie geistliche oder missionarische Tätigkeit, Lehraufgaben an Hochschulen, Psychiatrie, Psychologie, Architektur, aber außerhalb kaufmännischer Tätigkeit bewegen.

Heiler sind gewillt und gewöhnlich auf fähig, sich entschlossen zu engagieren, um die nötige Ausbildung für einen akademischen Beruf zu erlangen. Sie sind erfolgreiche Oberschüler. Sie besitzen ein natürliches Interesse an akademischen Aktivitäten und demonstrieren ? ebenso wie die anderen Idealisten ? eine beachtliche Begabung für Sprachen.

Oftmals fühlen Sie sich berufen, in die Welt hinauszugehen, um anderen zu helfen. Sie sind willens, die nötigen persönlichen Opfer, die damit verbunden sind, auf sich zu nehmen, und sie verlangen das Gleiche auch von anderen. Heiler können hervorragende Romanschriftsteller und Charakterdarsteller sein, da es ihnen gelingt, ihre Persönlichkeit in einer Weise in den Hintergrund treten zu lassen, wie es andere Typen nicht vermögen.“
www.finest-jobs.com

Der Mensch ist ein politisches Geschöpf, das am liebsten zu Klumpen geballt sein Leben verbringt.

Kurt Tucholsky

Heute einen Klumpflash von mittlerer Bedeutsamkeit bekommen. Hektisch im Internet nach einer Vereinigung/Club/Initiative/Kommunität gesucht, die wenigstens in etwa so drauf ist wie ich. Bei der ich mich verschmelzungstechnisch so fühlen kann wie in der Commerzbank-Arena.
Pustekuchen! Bin ich denn so wählerisch? Wenn das nur das Problem wäre. Aber tatsächlich findet sich bei jeder dieser Gruppierungen irgendeine für mich unerträgliche Ketzerei.
Ich suche weiter.

Immer wieder fällt mir auf, dass andere Menschen sich nochmal viel besser abgrenzen können als ich. Und das auch viel charmanter hinbekommen. Die Freizeitmitarbeiterschulung dieses Wochenendes ist da ein schönes Beispiel.
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt? Mitnichten. Aber demnächst steht die Jahresplanung für 2010 an, das ist immerhin eine Chance. Nur – werde ich sie nutzen? oder knalle ich mir wieder alles mit Plänen, Projekten und Engagements voll, die entweder dringend nötig oder soooo toll und innovativ sind – so oder so mit vermeintlich Unverzichtbarem? Darauf läuft es wohl hinaus.
Es gibt aber auch immer wieder verlockend tolle Möglichkeiten, Dinge umzusetzen oder in Gremien mitzuwirken, die tolle Sachen ausbrüten.
Vielleicht ein Machtproblem? Mit dem Phänomen „Macht“ werde ich mich in der nächsten Zeit aus schulungs- und publikationstechnischen Gründen beschäftigen, und das will ich auf durchaus selbstkritische Weise versuchen. Es erschreckt mich ja immer wieder, wenn Menschen mich für mächtig halten, denn so sehe ich mich wirklich nicht. Um so wichtiger ist es, sich dem zu stellen. Also: Wozu eigentlich die Intensität des Engagements? Angst vor Kontrollverlust? Oder tatsächlich der reine Spaß an der Freude?

Die Tatsache, dass ich hier mit gefühlten 500 Pastoren in einer Halle sitze und keine (allzu krassen) Fluchtgedanken habe, spricht für einen guten Heilungsverlauf. Klasse.

Ralf Schmitz und ich teilen eine Sorge: Wenn eine unserer Katzen kotzt, befürchten wir angesichts des ganzheitlich-körperlichen Geschehens (Katzenbesitzer wissen schon) das Umkrempeln der Katze auf links.
Klingt lustig. Heute abend jedoch machte ich mir in dieser Hinsicht Sorgen um meine eigene Person: Kann Selbstentäußerung anlässlich einer vierstündigen Schulung so weit gehen, dass ich nicht mehr weiß, wo vorne und wo hinten ist? Kann ich mich um den Verstand labern (heiser war ich immerhin)? Um Kopf und Kragen reden? Unversehens das Sprachzentrum aushusten? Mir scheint’s fast so.

Der Mensch lebt gleichzeitig in verschiedenen Welten, die nichts voneinander wissen.
Will meinen:
-Mein Unbewusstes weiss nichts von dem anderen Wesen, mit dem es sich einen Körper teilt. Hat keine Peilung davon, dass ich in einer festen Beziehung lebe, einen tollen Job habe und ganz schön Übergewicht. Nur so ist zu erklären, dass es ständig drängt – zum Rammeln, Pöbeln, Fressen. Es hat sein Leben nicht dem Herrn Jesus übergeben und will jeden Konflikt bis aufs Blut ausfechten. Ja, selbst wenn Homosexualität heilbar wäre, hier endet sogar die Macht der Jungen Christen.
-Das Über-Ich rümpft die Nase über diese Sau und die ständige Sauerei, die sie allerorten anrichtet, unberechenbar, uneinschränkbar, untödlich, denn das Vieh kann schwimmen. Mindestens ebenso traurig wie der Herr Jesus ist es über all die Glaubensunvereinbarkeiten, die da unten immer wieder ausgebrütet werden. Die meisten davon kann es verhindern, aber es ist eben nicht omnipräsent. Und wenn die Sau etwas wirklich will, dann bekommt sie es auch.
-Mittendrin wie der orientierungslose Kopf im Niemandsland zwischen Engelchen und Teufelchen das Ich. Mal hierhin, mal dorthin.

Als Gott den Menschen schuf, da trennte er das Meer vom Land. Und er nannte das Meer Unbewusstes und das Land Bewusstes.
Eins tat er nicht: Das Meer austrocknen. Mose schritt hindurch und Jesus drüber; Petrus ebenso, aber schon mit Abstrichen. Und ich? Ja, ich halte mich meistens über Wasser. Und hoffe nur, dass mein Schaden dabei kein Gehirn nimmt.

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