Montys tägliche Anti-Blutpiss-Morgengabe:
-Eine Pille Flutd-Aid K sowie abwechselnd Magnesium Carbonicum D30 oder Lycopodium D30 (Pillen sind einfach)
-Ein Teelöffel Uro Pet-Paste (schon mal versucht, einer Katze einen Löffel Paste auf die Zunge zu streichen? Da wird selbst Monty furios. Besser: Tube ins Maul, einmal feste drücken. Auch da zuckt er wild, aber kürzer)
-Eine Messerspitze Ascorbinsäure (Schmeckt Scheiße. Da dreht er dann völlig durch, keucht, würgt, wirkt allgemein erbärmlich)

Das macht uns beiden überhaupt keinen Spaß. Aber wer leben will, muss eben manches schlucken. Und 10 Sekunden nach der Behandlung hat er auch schon wieder alles vergessen und knackt vergnügt seinen Belohnungskäserolli weg.

Habe eben in Sumis Nackenfell einen Popel gefunden. Von mir war er nicht. Nehme ich jetzt von allen Schweinsbergern Speichelproben, um den Übeltäter zu entlarven, oder lasse ich aus der DNA Klone herstellen, die ich anschließend auf der Schweinsberger Moorinsel aussetze?

Endlich, endlich zurück im Büro. Im neuen, denn während meines Urlaubs wurde umgezogen. Die KollegInnen und lauter andere nette Leute haben richtig drangeklotzt und glühende Kohlen auf mein Haupt gesammelt.
Warm wurde mir auch, als ich heute morgen unverrichteter Dinge an der (neuen) Bürotür rüttelte. Niemand da. Nach nur 1 1/2 Stunden hatte ich mir dann einen Reserveersatzschlüssel organisiert und somit Zugang zum Büro verschafft. In dem schon so gut wie alles eingeräumt war, so dass ich im Endeffekt wieder Zeit gespart hatte.
Christopher kam dann auf einen Sprung vorbei und rief mir im Weggehen über die Schulter noch einen Tipp zu, wie ich mein seit Wochen darniederliegendes Outlook wieder fit machen könne. Wer hätte auch ahnen können, dass man ein Profil dadurch reanimiert, dass man es ganz einfach löscht.
Und so sage ich nun Adjö zu sämtlichen Mozilla …Birds (siehe Überschrift).

Hoffentlich nicht auch zu Monty, der inzwischen seit mehr als einer Woche überfällig ist und mir schlaflose Nächte bereitet.

Ich habe jetzt endgültig die Nase voll davon, ständig auf Verdacht um meine Katzen zu trauern.
Sumi riecht auch schon wieder nach alter Decke. Ein Indiz dafür, dass sie bei irgendeiner gutmütigen Oma zur Untermiete wohnt. Da sind Probleme vorprogrammiert.
Jetzt rüste ich auf: Es gibt eine spezielle Kamera, die man Katzen um den Hals hängen kann. In regelmäßigen Abständen macht sie Fotos, so dass man eine Idee bekommt, wo sie sich tagsüber ungefähr rumtreiben.
Außerdem gibts einen GPS-Sender, durch den man auf Google Earth sehen kann, wie in etwa das Revier aussieht.
Habe alles schon bestellt und werde dann jede der Katzen einen Tag lang damit ausrüsten.
Danach weiss ich zumindest, wo ich suchen muss, wenn jemand abgängig ist.

Neun Tage lang war Monty (Foto siehe oben) verschollen. Zwei Trauerphasen (Nicht-Wahrhaben-Wollen, aufbrechende Emotionen) hatte ich schon durchgearbeitet, als ich die Katzenklappe hörte und dazu ein klägliches Maunzen. Erwartungsvoll stürmte ich ins Schlafzimmer, wo mir ein schlanker und erschöpfter Monty entgegenkam. Wir fielen uns in die Arme (ich lachend, er schnurrend), und ich trug ihn eilig ins Badezimmer, wo ich heulend und grinsend vor ihm kniend Dosenfutter in den Napf füllte und ihm beim Fressen zusah. Seinem gierigen Hunger nach zu urteilen war er irgendwo eingesperrt. Unglaublich, was in so einen Katzenmagen hineinpasst. Ein Glück, dass er sich befreien konnte. In unserem familieneigenen Heizungskeller ist uns schon einmal unbemerkt eine unserer Katzen elendig verreckt.
Ich streichelte ihn und dachte, dass sein Fell sich anders anfühlt als jedes andere auf dieser Welt, wie schön es ist, dass er nach seiner Befreiung sofort zu mir gestürmt kommt und so ein Erfolgserlebnis eine handfeste Rettung vor der Burn-Out-Hölle darstellen kann. Außerdem schwirrte mir durch den Kopf, dass ich den Vater des Verlorenen Sohns echt gut verstehen kann, der alles stehen und liegen lässt und die größtmögliche Party veranstaltet, als der Verschollene zurückkehrt. Richtig so.
Meine Fresse, was kann einem so ein Vieh ans Herz wachsen.

-Ich besitze mindestens 730 Bücher.
-Erkältung Nr. 4 des Kalenderjahrs 2008 versaut mal wieder jegliche Planung.
-Mareks ewiges Gequengele lässt sich mit dem lauthalsen Ausstoßen von Entenlauten beikommen. Darauf reagiert er hilflos, schließt das Maul und sieht ziellos umher. Ein Durchbruch auf dem Feld feliner Psychologie.

Nun habe ich schon länger keine Mitbewohnergeschichten mehr erzählt, was hier und da zu Recht Missfallensbekundungen auslöst.

Also bitte:

Im Moment bin ich ziemlich viel unterwegs, manchmal bleibe ich nur für eine Nacht, stopfe
frische Wäsche in den Koffer und bin schon wieder weg. Verbunden mit einem latenten
schlechtenGewissen, aber die Pupsis scheinen es ganz gut wegzustecken. Im Gegenteil -
wenn ich dann da bin, kommen sie alle aus ihren Löchern gekrochen, schmusen mich
nach einer festgelegten Reihenfolge ab (Marek – Monty – Sumi) und wirken glücklich.
Keine ausgerissenen Fellknäuel auf dem Boden, keine Auswanderer, alles klasse.
Anscheinend werden sie langsam erwachsen.

Gestern abend, Showdown im Kavaliersbau.
Es begann ganz harmlos, als Sumi, begleitet von handelsüblichem Fiepsen, mit einer Maus im Maul an mir vorbei ins Bad spazierte.
Außer einem kurzen „Mach mir nur kein Parkettmalör“ dachte ich mir dabei noch nichts.
Später fiel mir die Begebenheit wieder ein, und ich machte mich zwecks fachkundiger Entsorgung auf die Suche nach dem üblicherweise noch halb vorhandenen Kadaver.
Aber da war keiner. Stattdesse sah der Flur aus wie eine Szene aus dem Spiel, das ich eben noch auf meiner XBox 360 gezockt hatte: Blutverschmiertes Laminat Marke Gordon Freeman. Seufzend machte ich mich ans Säubern, insgeheim dankbar dafür, dass so etwas immer auf Fliese und Laminat passiert, nie auf dem Parkett.
Bis – eine Feder? Und noch eine? Woher kamen die denn jetzt wieder?
Mein umherirrender Blick blieb am Wassernapf unter dem Waschbecken hängen, aus dem mich ein ziemlich fetter schwarzer Volgel neugierig anblickte. Amsel? Drossel? Fink? Star? machte es in meinem Kopf. Dann ein mächtiges „Och nee, nicht schon wieder nen Vogel killen!“
Während ich mich auf die Suche nach Kleidung und Schuhen machte (Das Risiko, nackt und mit Plattschüppe bewaffnet einem Vogel das Hirn zu Klump prügelnd von neugierigen Nachbarn beobachtet zu werden, war mir einfach zu groß), ergriffen andere die Initiative – nun hatte Marek das Vieh im Maul.
Es entbrannte eine lustige Jagd durch die Wohnung, bis ich ihn schließlich in eine Ecke trieb (er ist aber auch zu doof) und mit meinen wütend-hilflosen Handbewegungen so sehr erschreckte, dass er das Viech zu Boden fallen ließ.
Glücklicherweise hatte der Vogel die Verfolgungsjagd dann doch nicht mehr überlebt, was eine weniger spektakuläre Entsorgung ermöglichte.

Piepsen Teil 2: Seit einiger Zeit ging Sharkys Motorhaube nicht mehr auf. Neben ein paar anderen Dingen wollte ich das reparieren lassen, sobald das Gehalt da war. Motorölmangel (Unser täglich Alarmpiepsen gib uns heute) und eine wegen leerem Wischwasserbehälter zusehends undurchsichtigere Windschutzscheibe gaben dann aber doch den Ausschlag. „Paar hundert Euro“, war die Vorhersage des Alfaforums. Nix da – ganze 20 Euro kostete mich Motorhaube mit Sondertrick öffnen, Abblendlicht und Zigarettenanzünder reparieren. Alles mal eben ohne Termin.

Auf vielfachen Wunsch verrate ich also mal den Trick, wie Katzen Pillen schlucken.

Zutaten:
1. Katze (Größe egal)
2. Pinzette (möglichst lang; man kann’s auch mit den Fingern machen. Aber na ja…)
3. Pille (Größe egal)

Durchführung:
-Katze fest in den Nacken greifen und so unter den linken Arm pressen, dass sie dich ansieht und ihre Hinterpfoten durch deinen Arm fixiert werden (Wichtig! Deine Epidermis wird’s dir danken). Katze ist in der Regel überrascht und wartet ab.
-Die Pille mit der Pinzette ins Maul der Katze (das sich bei Annäherung der Pinzette wundersamerweise wie von Geisterhand öffnet) einführen.
-Pille auf dem hinteren Zungendrittel ablegen. Den Rest erledigt der Schluckreflex der Katze.
-Katze in die Freiheit entlassen, ihr beim empörten Schütteln zusehen und sie mit Leckerli belohnen.

Bei Monty hat’s heute morgen mit zwei Pillen und einer Ampulle tadellos funktioniert.
Wichtig ist die schnelle Durchführung – nur eine überraschte Katze ist ein guter Patient.

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