Als Freud einmal gefragt wurde, was ein gesunder Mensch können müsse, antwortete er: „Lieben und arbeiten.“
Wie dumm für uns Christen. Lieben (im freudianischen Sinn) ist tabuisiert, und auch mit dem Lebensbereich ‘Arbeit’ beschäftigt sich die klassische Gemeinde nicht. Wir sind also komplett irrelevant.
Ergänzen wir Freud um das mönchische „Bete und arbeite“, kommen wir zu Jesu Liebesgebot und dem Beziehungsdreieck Gott (Gebet) – Nächster (Liebe) – Ich (Arbeit als Selbstentfaltung und Selbsterhalt).
So langsam gewinne ich den Eindruck, dass die Zeit reif ist für die Rücknahme der von den Vorvätern übernommenen freiwilligen Selbstkastration.
Der Mensch hat das Recht und die Fähigkeit, auch ein Geschlechtswesen und ein Liebender zu sein.
Wenn wir uns dem nicht sehr bald einmal stellen, versinken wir nicht ganz unverdientermaßen in der Bedeutungslosigkeit.