Was gäbe ich dafür, wenn es mir gelänge, diesen Bericht 100% spottfrei zu verfassen. Aber das ist mir nicht geschenkt.
Durch ein schlechtes Klimagewissen, die Sorge um meinen genetischen ökologischen Fußabdruck und die allgemeine Lust am ethischen Rigorismus genötigt, betrat ich heute eine Art Ökosupermarkt, den ich schon seit Monaten kritisch beäuge.
Und schon war ich in einer anderen Welt. Öko-Pizzaboden (Vollkorn und weiß), Öko-Nutelladerivate, Dinkel-Schokokekse usw. Lauter Dinge, die ich im wirklichen Leben komplett ausblende. Fremd. Sehr fremd. Aber richtig. Denn dass ich schinkenfressender, immerzweifrühstückseiervertilgender, stetsnurnachdengrößtenverpackungeschielender Fastfood-Normalo es ganz, ganz falsch mache, das muss mir niemand sagen. Ich habe Mutter Erde auf dem Gewissen.
Aber mal ernsthaft – getrockneter Seetang? Wer isst Dinge, die in der Schiffsschraube hängen bleiben?
Ich hab’s echt versucht. Für eine Handvoll vertrocknet aussehendes Zeug, das ich beinahe mitleidvoll in die scharfkantige Recyclingpapiertüte packte, so viel ausgegeben wie bei Aldi für einen Einkaufswagen saftiger, wohlschmeckender Leckereien.
Hier sitze ich nun und belehre meine tiefbeleidigten Geschmacksknospen darüber, dass diese Ingwer-Honig-Fruchtschnitte, die nach in Flugbenzin eingelagerter Kotze schmeckt, unser Beitrag zur Rettung der Welt ist.
Aber das beeindruckt sie nicht.
25. Juni 2008
Unter Ökos
Posted by diewahrheitistuntoedlich under 1 | Schlagworte: Da haben wir wieder was gelernt, Gedöns- Gebämsel- und Konsumkritik, Vegetarier? |[3] Comments