Leise Weise

Liebes Tagebuch, irgendwie geht mir in der letzten Zeit das Thema „Weisheit“ nicht aus dem Kopf. Man sehe mir das Sinnieren hierüber nach.

Ein paar Gedankenschnipsel, die sich langsam zu einem Ganzen zusammenfügen:

„Der Weise handelt nicht aus der Notwendigkeit heraus“

Weisheit als „angstfreie Weite des Herzens“

„Als Weisheit wird allgemein eine auf Lebenserfahrung und Einsicht beruhende innere Reife und kluge Überlegenheit im geistigen Sinne bezeichnet.“ (Wikipedia)

Wenn ich das mal aneinanderfüge: Um weise zu handeln, muss ich für mich selbst und mein Gegenüber offen sein. Ein gesundes Maß an Egoismus gehört dazu – ich weiß, was ich will und sorge dafür, dass ich es bekomme. Dabei lasse ich mich nicht allzusehr von Möglichkeiten und Notwendigkeiten abschrecken. Ich nehme sie allerdings wahr.
Ich handele authentisch, lege meine Gedanken und Gefühle offen dar und schere mich nicht darum, ob sich das am Ende lohnt oder nicht.

Für mich ganz wichtig (und hier kommt der Bezug zur Grafik): Der Dämon „Angst“ hat keine Macht über mich. Wenn Angst über meine Entscheidungen bestimmt, ist der Tod im Topf. Die Angst ist sehr wohl da und hat ihre Schrecken, aber ich weise sie in ihre Grenzen. „Hallo Angst, schön dass du da bist. Würdest du bitte mal eben dort drüben Platz nehmen, ich beschäftige mich nachher mit dir.“

Punkt.

Mal was anderes (oder vielleicht auch nicht): Irgendwie habe ich in den letzten Tagen sowas wie eine Oasenphase. Mit Durchatmen und so. Richtig im Flow und immer mal wieder mit einem leisen Lächeln auf den Lippen.
Nicht, dass ich nix zu tun hätte.
Alle wichtigen Dinge, die ich anpacke, funktionieren. Einfach so.

Nein, ich habe nicht im Lotto gewonnen, es ist keine Frau im Spiel und ich nehme keine Drogen.

Und um noch was Beiläufiges zu posten: Der Katzenhighway wurde gestern fertiggestellt und dem Verkehr übergeben.
Näheres demnächst.

Buchtipp der Woche: Erich Fromm, „Haben oder Sein“.

Wenn der Pastor ins Kloster geht, hat das nix mit Familienfehlplanung zu tun

Drei Tage im Kloster. Drei Tage sehr alte und sehr neue Gesichter. Drei Tage Erlebnispädagogik pur. Eigentlich ist so eine SKH eine eher trockene Angelegeneheit. Wenn nicht (wie bei meiner letzten vor 7 Jahren) eine Weinprobe integriert ist. Oder (wie dieses Jahr) das Thema „Erlebnispädagogik“ ansteht.
Das war – wie man aud den Fotos sieht – eine recht praktische
Angelegengheit. Und war mit viel Spaß und Lachen verbunden.

Na ja, natürlich neigen Pastoren dazu, die Dinge tendenziell etwas ernster zu sehen. und natürlich hat jeder die beste Idee, wenn es um Problemlösungen geht.
Aber am Ende entsteht dann doch ein Teamgedanke, und Probleme lösen kann schon richtig Spaß machen.
Außerdem ein schöner Weg, sich neu und anders kennen zu lernen.

Und niemand muss Protokoll schreiben.

Buchtipp des Tages: Bernard Cornwell, „Sharpe’s Fury“

Honi soit qui mal y pense.

Es läuft

Liebes Tagebuch, heute morgen habe ich mich heldenhaft dem widerspenstigen Unhold gestellt, der in meiner Kellergruft haust.

Mit anderen Worten: Ich habe meine Waschmaschine repariert.

Ohne Hilfe.

Feinmotorisches Geschick anwendend.

Erfolgreich.

Die Besuche im Marburger Waschsalon mit integriertem Bistro waren mir fast schon ans Herz gewachsen.

Was noch so läuft: Ich. Auf dem Laufband, Stepper, Spinningrad usw. Bin angefixt.

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ Hermann, der alte Langzeittherapeutensofaplattlieger, hat mal wieder die passende Lebenssituationsbeschreibung parat.

Was noch so läuft: Ich ins Kloster. Am Montag. Aber nur für drei Tage. Dienstlich.

Buchtipp des Tages: Umberto Eco, „Der Name der Rose.“

Raider heisst jetzt Twix, Spinning heisst jetzt Indoor Cycling


Manche Dinge fühlen sich spektakulärer an, als sie später im Rückblick tatsächlich sind. Bei anderen ist es genau anders herum.

Mit anderen Worten: Seit heute bin ich wieder stolzes Mitglied eines Fitnessclubs.
Gestern hatte ich so einen fiesen Anfall von massiver Aggression. Diesen hübsch kanalisierend und mich auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes besinnend (ad-gredi = an etwas herangehen), bemannte ich meinen Ibiza, steuerte ihn an Tankstelle und Autohändlerzeile vorbei auf einen handelsüblichen Industrieviertelparkplatz und stürmte schnaubend in die Move Sportwelt.
Ob kurz, ob lang – heute morgen Fitnesstest (BMI, wir hassen dich) und Probetraining. So schlimm war’s gar nicht, irgendwie hat sich all diese tatenlosen Jahre hindurch eine Art Grundfitness gehalten, und da wird jetzt mal munter drauf aufgebaut.
Die Geräte sind nach vielen fitnesslosen Jahren immer noch dieselben. Hm.
Morgen geht’s jedenfalls mit Spinning los. Yeah. Das wird ordentlich dampfen.

Buchtipp des Tages: John Irving, „Das Hotel New Hampshire“

P.S.: Mit zuvielen Bananen ist nun erstmal Schluss…

My kitten is a centerfold

Monty, dieser gewiefte Fuchs.

Ok, ich bin wirklich viel zu selten zuhause. Aber ist das ein Grund, sich hinter meinem Rücken ein eigenes Standbein aufzubauen?

Ich meine, wie ist er überhaupt an diesen Job gekommen? Und das ohne meine schriftliche Zustimmung.

My memory has just been sold…

So, Spannungsbogen erfolgreich aufgebaut, oder?

Auflösung: Ikeakatalog Seite 187.
Geht alternativ auch online:
1. Klickstu hier
2. Rechts oben auf „Gehe zu Seite“ „187“ eintragen.
3. Da isser. Man kann auch reinzoomen.

Buchtipp des Tages: Michel Houellebecq, „Ausweitung der Kampfzone“

Networkout


Hurra, wir haben ein Netz!

Mal eben einen Samstag lang in Sachen GJW – wohin fröhlich braingestormt und sachenintrockenetüchergebracht.

Erfüllt von Kreativität und Unmengen Koffein wurde fleissig visualisiert und phantasiert.

Sehr beeindruckend war auch das 10-qm-große, zu allem Überfluss anscheinend auch noch bewohnte (1 Mann, 1 Hund) European Headquarter der Jesus Freaks.

Buchtipp des Tages: Ulrich Körtner, „Anleitung zum Abschalten“

Amöneburg, die


Vorneweg mal eine Frage. Was tun Katzen, wenn der Rudelführer aus dem Haus ist? Meine nach den letzten Anschlagsserien installierte Überwachungscam hat Schockierendes an den Tag gebracht. Katze Sumi scheut sich nicht, ihre privaten mails abzufragen, sobald ich aus dem Haus bin.
Nur gut, dass ich eine Flatrate habe.

Ansonsten habe ich momentan Elternbesuch. Die Parentialgeneration und ich durchstreifen die Gegend, von den Niederungen des Schweinsberger Moores bis zu den Höhen der Amöneburg ist nichts vor uns sicher.
Angenehmer Nebeneffekt: Inzwischen kann ich ernsthaft behaupten, dass meine Wohnung so gut wie eingerichtet ist. Zumindest ist sie für meine Verhältnisse vorzeigbar.
Falls also mal jemand an Schweinsberg vorbeifährt…

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