Herr Ratzinger liebt alle Türken

Wie sich die Zeiten doch ändern.
Urban II. ließ noch andere an seiner Statt gen Osten pilgern. Damals lugten die Türken, frisch zum Islam übergetreten, noch schüchtern über das Ufer des Van-Sees gen Westen. Mantzikert sei Dank, m.E. eine der drei folgenreichsten Schlachten der Weltgeschichte.

Der Papst und die Türken – naja. Dann ist das mit Lepanto jetzt also vergeben und vergessen?
Nein, liebe Flaggenverkäufer im Gazastreifen, ich habe nicht vor, Herrn M. aus M. bei M. zu beleidigen.

Der Papst in Konstantinopel (sorry, aber „in die Stadt“ [deutsch für Istanbul] ist echt kein besonders toller Name. Marburg nennt sich ja auch nicht „Nachaldi“), das macht was mit mir.
Lukas Notaras würde sich im Grab umdrehen. Nun hat er Turban UND Mitra an der Backe. Armer Kerl.

Fragen an die Beteiligten:
Bartholomaios, willst du dich wirklich mit dem Bischof von Rom verbrüdern? Wer ist dann bitte schön der Chef? Dürfen Priester heiraten, wann feiert ihr Ostern und was ist mit filioque?
Papa Razzi, was ist mit dem Brief von Leo IX.? Gibt’s da ’ne Entschuldigung? Wo Päpste doch nicht irren, auch Vorgänger nicht?
Kinderkinder, ihr habt euch da ganz schön in was reingeritten. Ich glaube, ihr braucht Mediation.

Kleinigkeiten erobern leichtsinnige Herzen

Man sollte Ovid zum offiziellen Schutzherren der diesjährigen Vorweihnachtszeit machen.

Auch wenn mein geliebtes Piggyburgh nach wie vor adventfreie Zone ist – die Medien schreien es von den Dächern.

Sogar Sarah Connor verlässt kurzzeitig ihre frischgeworfene Brut zugunsten einen schnell mal dahingeseierten Weihnachtsschnülzchens. Meine Verkehrssicherheit ist arg gefährdet, weil ich ständig auf den Radiotasten meines Autos herumtippen muss, um George Michael und seine gemalüsternen Mitschergen den Weg in mein um Gnade winselndes Innenohr zu verwehren. Und schaltet bloss nicht Viva oder MTV ein, denn der bekloppte Frosch und der bekiffte Elch sind ganz sicher mit fetten Weihnachtskugeln behängt.

Vorweihnachtliche Normalität

Meine Damen und Herren, ich bin ein Schweinsberger, und das ist gut so.

Keine Weihnachtsdeko. Schlecker, Pizzataxidependence, die Apotheke, die beiden Schlachter und Bäcker dekorieren nicht. Ich liebe sie dafür.
Dieser ganze verlogene cocacolarote Konsummist geht an mir vorüber. Endlich mal.

Kein genervtes Touristengruppendurchdenweihnachtsmarkthindurchlotsen auf dem Marienplatz. Kein täglich aus einem anderen Fenster Hinauströten eines auf 400-Euro-Basis beschäftigten Ostbeitrittslandposaunisten an der Fassade eines einschlägigen Kaufhauses. Kein rotweißflauschiges Girlandengedöns, spießrutenlaufartig rechts und links auf dem Weg durchs Einkaufszentrum drapiert.

Umtriebige Schulkinder und gehbehinderte Senioren ergehen sich wie immer raumgreifend auf der Dorfstraße, halten zu einem Schwätzchen an, wo Oppa Piepenbrink von seinen beiden alleinstehenden Töchtern neben dem Tor gegen die Gehhilfe gelehnt wurde, während sie mit Laubpüster und Wischlappen den neckisch weiß gefliesten Treppenaufgang grundüberholen.

Bin ich hier eigentlich nördlich oder südlich der Feudelgrenze? Germanisten an die Front!

Wie auch immer – Wisteria Lane war gestern. Was in Dorfstraße, Neustadt und Am Wall hinter schiefergekachelten Wänden geschieht, wird wohl für immer verborgen bleiben. Schweinsberger halten zusammen. Wenn eins der beiden Dorfgasthäuser noch geöffnet wäre, wüsste ich wohl, was passieren würde, wenn ich Zugezogener über die Schwelle träte:
Die Musik setzt schlagartig aus, der Gesprächsfluss ebbt ab, jeder sieht mich an, der Klavierspieler grinst aus zahnloser Mundhöhle, blutarm inkarnierte Niedertracht.

*Aus unruhigem Mittagsschlaf aufgewacht, mit trockenem Mund und dem üblichen dünnen Speichelrinnsal aim Mundwinkel. Alles ist gut, Schweinsberg mir wohlgesonnen.*
Chatzitat des Tages:
„1 ich habnn filzplättchen mit nem piraten drauf gegessen
2 extasy?
1 keine ahnung. aber alles ist mit nen mal so bunt und mein kaktus sagt mir grade ich solle aktien kaufen.. aber der hat keien ahnung. der is nämlich gelernter bäcker“

Jetzt mal Butter bei die Fische

Liebe Bloggergemeinde,
der Link, denn ich euch heute präsentiere, ist gaaanz, gaaanz schlimm und böse.
Jedenfalls, wenn ihr es seid.
Ein Spiegel quasi.
Also, überlegt es euch gut.
Es werde Fragen gestellt.
Fragen, die euch nachdenklich machen werden.
Die Durchblutung eurer Ohren fördern.
Das will ja nicht jeder.

Also, diejenigen mit fragilem Gemüt: Bitte weiterklicken.
Alle anderen: Ich habe euch gewarnt!
Also kein Gejammer.
Ach ja: Und bitte lasst mich euer Ergebnis wissen *g*

Wie versaut bist du?

Akrasia

„Unter Akrasia (altgr. ἀκρασία, lat. incontinentia; auch: Willensschwäche, Unbeherrschtheit, Handeln wider besseres Wissen) versteht man den Fall, dass eine Person eine Handlung ausführt, obwohl sie eine alternative Handlung für besser hält.“

Ich bin also inkontinent?

Na ja, es ging ganz einfach um die Frage, ob ich meine Wohnung aufräume. habe ich aber nicht. Oder kaum.

Montag geht’s dann aber richtig los.

Danke für eure Voten. Hätte auf euch hören sollen *g*

Buchtipp des Tages: Sören Kierkegaard, „Entweder -Oder“

Achtung, nichtgs für an ihrer Adoleszenz Laborierende!!!

Soll ich?

Oder soll ich nicht?

Ihr entscheidet.

Glück tut not

„Gott will, dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1Tim 2,4)
Da hat er sich ganz schön was vorgenommen.
Na ja, genauer gesagt darf ich als sein Bodenpersonal mich ja dann drum kümmern.

Wenn ich das mit „geholfen werden“ und „Wahrheit“ mal eben, den Lösungsweg überspringend, zusammenfasse: Er will, dass wir glücklich sind.

Klingt simpel. Ist es aber nicht.
Jedenfalls nicht für mich. Ok, es gibt da ja immerhin diese in manchen Lebensphasen ganz schön seltenen Oasenmomente. Kurzaufenthalte in in Glückseligkeit getunkter Zeit- und Sorglosigkeit.
Yammy.
Aber ist das alles?
Hm, Menschheit beglücken…

Mal eben ein Konzept entwerfen.
(…)
(…)
(…)
Ok, hier isses: Ich mache erstmal mich selbst glücklich und arbeite mich von da aus linear nach außen vor.

Kann man mal machen.
Chatauszug des Tages:
„Sho: war btw witzig im makro markt eben
Sho: ca. mit nem dutzend anderer gewartet, dass die die wow-insel rausrollen
Sho: & dann die kasse gestuerm
Sho: dann wurde es allerdings richtig peinlich
Sho: ich meine
Sho: wir waren alle so um die 20 und blasser als gesund
Sho: und dann ging links eine gruppe aehnlich alter weibchen mit lancome-tueten in den laden Sho: zwei welten prallen aufeinander“

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