Mutiger Sprung

Welch ein Tag.
Hauptbestandteil war eine GJW-Vorstandssitzung, in der wir um Perspektive angesichts dessen rangen, was auf uns zukommt. Also b(e)rieten wir uns die Köpfe heiß, um zu einer allgemeinverträgliche Perspektive zu kommen. Vielleicht klappt’s ja.
Nach einem 14-Stunden-Tag schleppte ich den rauschenden Schädel zurück ins heimische Schweinsberg, um im Kreise meiner Lieben den Tag behutsam ausglühen zu lassen.
Aber nix da.
Beim Verlassen des Autos drangen klagende Laute an das müde Ohr. Höchste Katzenpanik, gepaart mit nach Stunden des Klagens ermüdeter Resignation.
Hoch über meinem Kopf kauerte eine vor Erschöpfung zitternde Sumi auf einem dünnen Ast, hoch in der Krone eines uralten, knorrigen Baumes.
Ganz klar: Die große Katze war endlich gekommen und hatte sie nun aus dieser verzweifelten Lage zu retten.
Aber wie? Keine Leiter parat, keine Lösung in Sicht.
Ohne wirkliche Hoffnung redete ich behutsam, aber bestimmt auf sie ein. Erzählte ihr, was für eine mutige Katze sie in meinem Augen ist, dass sie schon ganz andere Situationen gemeistert hat und ich ihr zuhause eine extra große Portion Kitekat hinstellen werde.
Und dann passierte es. Von hohen Paniktönen begleitet rutschte sie ganz langsam den Ast hinab, machte einen kleinen verzagten Hüpfer, dann noch einen. Kurze Pause, erneutes Maunzen – und dann folgte ein mächtiger Satz.
Da saß sie vor mir, meine fusselige und völlig unterkühlte Heldin. War so kaputt, dass ich sie von Hand in die Wohnung tragen musste. Wo sie jetzt langsam neben mir aus ihrer Lethargie erwacht.
Und den Rest schaffen wir auch noch.

Advertisements

Onkel Tom

Soeben wurde ich davon in Kenntnis gesetzt, dass Louisa das Licht der Welt erblickt hat. Sponsored by Kaiserschnitt.
Nun darf man mich endlich auch ganz offiziell „Onkel Tom“ nennen.
Für „Tom und Jerry“ (höhö) steht weiterhin eine sinnvolle Assoziationskette aus.
Egal. Ich gehe jetzt erst mal feierlich Döner essen, um die Angelegenheit angemessen zu feiern.

P.S.: Wer hätte gedacht, dass mein Bruder nach all dem, was ich ihm während unserer gemeinsamen Kindheit angetan habe, noch zeugungsfähig ist…

P.P.S.: 2470 Gramm, 48 cm.

Öko

Eigentlich bin ich ja so erzogen. Habe mich dann aber ganz gut abgenabelt.
Aber momentan habe ich da so ’ne Retrowelle. Wie zu alten Grundschulzeiten, als ich empörten Mädels „Hoch leben die Grünen“ ins Poesiealbum geschrieben habe. Ich alter Aktivist.

Was bisher geschah: Gehört, dass in Australien demnächst die gemeine Glühbirne verboten wird. Da es mich sowieso dienstlich in den örtlichen Baumarkt verschlug, kaufte ich mich groß in den Energiesparbirnenmarkt ein. Für drei von diesen Dingern muss man sich schon ernsthaft verschulden. Dafür spare ich mich von nun an zuhause besinnungslos.

A propos: Essen wird jetzt auch mehr öko. Seitdem ich erfahren habe, dass das Ökosiegel nur für Waren aus der Umgebung vergeben wird, bin ich überzeugt. Die unlängst verzehrten Flusskrebse kamen aus dem chinesischen Binnenland. Das ist albern. Was eine Spritverschwendung. Und ganz frisch werden die auch nicht mehr gewesen sein. Tiefgekühlt? Noch mehr Ressourcenverschwendung. Also hin und wieder Angeöktes kaufen.
Ich sage ja zu deutschen Bananen.

Fehlen nur noch Ökosoldaten. Die nur in ihrer eigenen Wohngegend eingesetzt werden dürfen. Dann hätten wir den Weltfrieden auch gleich gratis dazu.

Eddy lügt!

Aus Versehen drei Sekunden Big Brother inhaliert.
Während einer der Sicherheitsverwahrten auf eine dauerüberfordert wirkende Blondine einredet, erfahren wir per Einblendung im unteren Bildschirmbereich, dass Eddy Mist erzählt.
So etwas könnte ich mir gut für Nachrichtensendungen vorstellen. Oder gerne auch in RL.
Werde gleich mal Pappschilder basteln gehen.

Mitten im Leben

Manchmal wäre ich gerne nochmal 16.
Aber auf meine Lebenserfahrung würde ich deshalb nicht verzichten wollen. Also lassen wir’s mal lieber.
Wie ich darauf komme? Auch dieses Wochenende war mal wieder die reine Freude. Leadership-Training mit Teilnehmern, die offen, motiviert und begabt sind. Außerdem von der leider oft gemeindetypischen Oberflächlichkeit gelangweilt. Und bei der ersten Gelegenheit, die die Schulung ihnen bietet, ihr Herz öffnen und den Blick in ihre Abgründe gestatten.
Das ist wahre Großzügigkeit. Es ist richtig etwas passiert. Etwas, das eigentlich nicht Bestandteil unserer Tagesordnung war. Aber es brach sich Bahn.
So eine Chance hätte ich gerne mit 16 gehabt.
Aber es ist mindestens genauso schön (wenn auch im betagten Alter von 37 Jahren), dabei zusehen und seinen Teil beitragen zu dürfen. Und sich mit einem Kollegen die ‚Bälle‘ zuzuwerfen, als ob wir seit Jahrzehnten nichts anderes machen.
Flow eben.
Gleichzeitig der traurige wie wütende Gedanke, dass man dem zum 31.12. ein Ende gemacht hat.

Und wenn ich schon mal am Grübeln bin – Schreibe ich hier zu positiv oder zu negativ? Oder mal so, mal so?
Ach was soll’s. So bin ich eben. Der Chef wird sich schon was dabei gedacht haben.

Fleischeslust

Da wollte ich mich doch mal eben gesund ernähren. Hat auch prima geklappt. Abends entweder Suppe oder Salat. Lecker.
Bis dann wirre Visionen mein Hirn vernebelten. Gestern schlimmer Döntertellerrückfall. Wildes Gemetzel. Und soeben spüre ich schon wieder ostwestfälisch geprägte kulinarische Begehrlichkeiten in mir aufsteigen.
Sieben Wochen ohne ist für mich nur machbar als Sieben Wochen ohne Konsequenz. Ich kann allem widerstehen. Außer der Versuchung. So’n Mist…

Dafür werde ich mich am morgigen Shutdown Day beteiligen. Das halte ich eisern durch. Weil ich mich im Wolfshausener Funkloch befinden werde. Versuchungsfreie Zone.

Wo Katzen gerne liegen

Bett, Kissen, Decke, für Beerdigung bereitgelegter schwarzer Anzug, Bauch des Besitzers, Rücken des Besitzers, Beine des Besitzers, Schoß des Besuchs, Karton (leer), Karton (vormals mit Styroporschnipseln gefüllt) Karton (Altpapier), Küchenschrank (auf wie in), Bücherregal (mit kurzentschlossener Pfote von Büchern befreit und Besitzer damit aus dem Schlaf geschreckt), Laptoptasche (Dienst), Laptoptasche (privat), Handtasche (Besuch), Lammfelljacke (Besuch), Wäsche (sauber und gebügelt, niemals auf die dreckige), Bügelbrett, Waschbecken, Holzfußboden, Steuererklärungsunterlagen 2000-2005, Blumentopf, Computermonitor, Fensterbank, Esstisch, Stuhl, Ledersessel, Lehne des Ledersessels, Bidet, Koffer (gepackt).

Wo Katzen auf gar keinen Fall liegen:
Kuscheliges Schaffell, das extra für diesen Zweck angeschafft wurde.

Vorherige ältere Einträge