urlaub?

Nachdem sich in der letzten Zeit eine Baustelle neben der anderen auftürmte und ich so langsam Gefahr lief, einen richtigen Koller zu bekommen, habe ich mir gestern erst einmal einen Tee gekocht.
Und mich hingesetzt, um das ganze Durcheinander zu visualisieren. Nein, kein Leinwände mit Fäkalien beworfen. Einfach nur schriftlich fixiert und kategorisiert, was in welchem Bereich zu tun ist, was die Ziele sind und bis wann sie erreicht werden sollen. Da kommt u.a. eine ganze Menge Arztbesuche auf mich zu. Aber das sollte sich lohnen. Jedenfalls gibt es viele eingerostete oder vergessene Schrauben, an denen jetzt mal wieder gedreht werden wird.
Dieser aktuelle sogenannte Urlaub ist eigentlich keiner. Die Zeit davor war bedeutend erholsamer. Aber wenn es hilft, Klarheit und ein paar neue Perspektiven zu gewinnen, hat es sich gelohnt.

Weltenbummler

Wenn’s dumm läuft, muss ich marekbedingt umziehen.
Gleich mal Wohnungsanzeigen durchgesehen. Das macht einerseits Spaß. Andererseits ist dreimal umgezogen einmal abgebrannt. Aber was Solidarität mit Schutzbefohlenen angeht, verfüge ich nun einmal nur über ein stark eingeschränktes Verhaltensspektrum.

Die perfekte Welle

Ja sind die bei der ARD denn alle besoffen? Da läuft gleich eine Sondersendung zu den Feuersbrünsten in Griechenland unter der Bezeichnung Brennpunkt.

Alles im Fluss

Heute hat meine Gemeinde getauft. In der Lahn, direkt beim Tretbootverleih. Die Gesichter der Passanten hättet ihr mal sehen sollen, als der Pastor mit konzentrierter Miene die Täuflinge in Wasser bat und sie dann unterdöppte.
Was ich mich da mal wieder frage: Gehört Religion in die Öffentlichkeit? Wenn ja, dann müsste gleiches Recht für alle gelten. Also Freitagsgebet auf dem Marktplatz und Schlachtopfer vor dem Hauptbahnhof? Denn Sonderrechte wollen wir ja nicht.
Ich finde, das ist ein schmaler Grat. Hin und wieder aber ist Open Air richtig gut. War klasse heute, ohne jeden Muff.

Rechenspiele

Hätte ich es wie mein Vater gemacht, wäre mein Sohn heute 14 Jahre alt. Mache ich es wie mein Opa, habe ich noch 7 Jahre Zeit.
Hätte mein Vater es wie mein Opa gemacht, wäre ich 16. Hätten wir es alle wie mein Vater gemacht, wäre ich 58, hätte einen 35jährigen Sohn und einen 12jährigen Enkel.

60jähriger erschreckt 85jährigen Kellner zu Tode

Heute überraschend in Ostwestfalen aufgetaucht – 60. Geburtstag des Ex-Erziehungsberechtigten. Alles war eitel Sonnenschein, und auch der Besuch eines Landgasthofs im Schaumburgischen war ein voller Erfolg. Bis mein Vater den in Würde ergrauten Besitzer beiseite nahm und mit ernster Miene meinte: "Bestellen sie der Küche doch bitte, sie sehen mich heute hier zum letzten Mal." Der arme Opa wäre beinahe vom Schlag getroffen zu Boden gegangen. Die Familie aber kannte die Auflösung und hätte sie nötigenfalls mitsprechen können: "Aber demnächst komme ich gerne nochmal wieder."
Haha.
An alle, denen meine Sprüche auf die Nerven gehen: Ihr solltet mal den Rest der Familie kennen lernen.

Ja oder nein? Jein!

Eigentlich habe ich gerade Urlaub. Drei Wochen. Dann aber einerseits doch kein Geld für die geplante Afrikareise´ (Marokko oder Eritrea? Oder doch lieber per Bahn nach Damaskus?)
Und dann ist da noch so viel zu tun. Die zwei Leute, die ich sehr dringend anrufen müsste, sind seit einer Woche nicht erreichbar. Das nervt. Geht mal dran, damit ich endlich entspannen kann.

Wehret den Anfängen

„Guten Tag. Einmal die Eins ohne Payback.“
„52,80. Haben sie eine Paybackkarte?“

Da sehen wir’s mal wieder. Protofaschistische Kontrollsysteme wie Payback, Ikea Family usw. machen dumm. Damit will ich nach wie vor nix zu tun haben. Wenn ich beim Einkauf an der Kasse rote Herzchen bekomme, klebe ich sie nicht ins Sammelbonusalbum, sondern an die Wand des Aufzugs. Und mir geht auch keiner ab, wenn ich bei MCDoof von der Burgerverpackung den Westbahnhof abknibbele.
Na wartet, ihr Großkonzernpack, wenn Logoland in die Kinos kommt, werdet ihr bibbern…
Ichschwöraufkoran.

Krümmer

Licht und Schatten geben sich die Klinke in die Hand.
Einerseits ist mal wieder das Auto kaputt, habe ich kein Telefon und kein Internet zuhause, zickt die KFZ-Versicherung immer noch, soll ich 700 Euro für Zahnrenovierungen ausgeben, macht mein Laptop zwei Wochen nach Auslaufen der Garantie komische Sachen.
Andererseits war das Teencamp richtig klasse. Für die Teilnehmer und auch für mich. Wobei das Interessante ist, dass es natürlich wie immer im Leben Dinge gab, über die man rummäkeln könnte. Hat aber niemand.
Spaß am Rande: Als Reaktion auf das letztjährige Feedback haben wir diesmal ein paar Kleinigkeiten verändert. Ich hätte meine rechte Hand darauf gewettet, dass das diesjährige Feedback logischerweise den status quo ante fordern würde. Und so war es dann auch.
Wenn man z.B. weniger in den Familiengruppen stattfinden lässt (weil es so gewünscht wurde), wird postwendend mehr Familiengruppe gefordert. Nächstes Jahr, wenn wir das dann wiederum unsetzen, wird logischwerweise mehr Programm im Plenum gefordert. Und so weiter. Das ist irgendwie zyklisch. Und hat fast schon etwas Beruhigendes.
Was mich so richtig freut: Die Leute sind ins Nachdenken geraten. Darauf musste man sie teilweise gar nicht erst bringen. Setz sie eine Nacht im Wald aus, und sie fangen an, ihre Gottesbeziehung zu analysieren.
Das ist besonders deshalb so klasse, weil alles, was man als idealistischer GJW-Mensch so startet, auf einem schmalen Grat balanciert. Vielleicht trifft es voll ins Schwarze, vielleicht geht es aber auch massiv in die Hose.

Meistens habe ich keinen blassen Schimmer, was denn nun den Unterschied ausgemacht hat.

Mein erstes zweites Teencamp

Da sitze ich also mal wieder mitten im Weidenhausener Wald. Teencamp die Zweite. Alles ist etwas anders als bei der ersten Auflage, vor allem sehr viel entspannter: Einen Tag früher angereist, 100% mehr Mitarbeiter, besser vorbereitet und vor allem sehr viel routinierter und weniger schnell ankratzbar. Das handelsübliche "Menno, letztes Jahr war das aber echt besser" kann mich ja nun nicht mehr kratzen.
So ist es eben: Letztes Jahr (bzw. damals) war es eben besser – immer und überall. Und heute ist das gestern von morgen.

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