Nah Tod. Erlebnis. 110,4

Vielleicht lag es an den 14 am Stück durchgearbeiteten Tagen. Sicher hatte auch die gestrige Festivität (Bericht folgt) etwas wenig Zeit fürs Schlafen gelassen.
Auf dem Rückweg vom Kennenlernen eines unter Umständen baldigen Familienmitglieds names Sharky war die Schnellstraße eben noch vierspurig gewesen, mit dichtem Buschwerk in der Mitte. Also überholte ich gelangweilt einen lahmen 7er BMW. Plötzlich hörte ich mich Laute wie „Uh-uh-UH!!!“ ausstoßen und sah interessiert nach vorne, um die Ursache dieses seltsamen Verhaltens zu ergründen. Ein schnell größer werdender schwarzer Audi schleuderte mir wild aufblendendes Fernlicht in die ahnungslosen, stark verengten Pupillen. „Doch nur zwei Spuren“, buchstabierte das Unterbewusstsein mühsam.
Der Kopf setzte aus. In Vertretung veranlasste das Rückenmark dasselbe Verhaltensschema wie beim Überholen zu breiter LKWs in zu engen Autobahnbaustellen: Blick geradeaus, Lenker gerade, langsam atmen, Ellenbogen einziehen. NICHT DENKEN.
Drei Autos passierten einander mit 100 km/h. Kein Blatt hätte dazwischen gepasst.
Ein Kollegenzitat schoss mir durch das endorphindurchtränkte Hirn.
„Skurril.“
Ich lebte noch. Das Auto hat kein ABS. Ich lebte noch. Das Auto hat keinen Airbag. Ich lebte noch. Aufprall mit 200 Sachen. Ich lebte noch. War das wirklich passiert?
An der nächsten roten Ampel schrumpfte ich im Fahrersitz aus Rückspiegelreichweite und drückte verstohlen den Türpin nach unten.

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Die hören einfach nicht auf… 110,4

Heute morgen hat T-Online mich dann auch noch zu einem Trip ins öde Stadtallendorf gezwungen (inoffizielle Partnerstadt von Espelkamp und Bitterfeld). Dort durfte ich einen völlig überflüssigen DSL-Splitter abholen, den man mir ohne jeden Anlass zuzusenden beliebte.
Aber auf dem Benachrichtigungszettel der Post steht ja leider nicht: „Ist nur ein Splitter, lass ihn getrost auf dem Amt verrotten.“
Nun ist aber langsam mal wirklich gut.

T-Offline – ich glaub‘, mich trifft der Schlag

Als ich gestern abend von einer bezaubernden Grillparty zurück kam, wartete im Briefkasten schon der nächste DSL-Hammer:
Eine Rechnung von T-Online für den Monat Oktober über 70 Euro.
Heute erst mal mit Schaum vor dem Mund die Hotline konfrontiert. Leute, seit dem 15.8. bin ich offline! Wofür soll ich dann bitte schön bezahlen?
Der Hotlinemensch schafft es, noch mehr Öl ins Feuer zu gießen:
„Na ja, sie haben ja drei Monate Kündigungsfrist. Das läuft dann im November aus, nicht wahr.“
Gleißende Feuerflammen schossen aus meinen Nüstern, während ich mit knirschenden Zähnen fragte, wieso ich für etwas bezahlen solle, das man mir schon längst abgeklemmt hatte.
„Einen Moment bitte.“
Blutsturzförndernde Dudelmusik.
„Hören sie?“
„Ja, leider.“
„Ich lösche die Rechnung hier bei uns. Das geht dann so in Ordnung.“
„Ok. Schöntachnoch.“
Keine Entschuldigung, keine Erklärung. War ja auch nicht zu erwarten.

1&1 – nicht meins… 110,7

Geschlagene zwei Monate warte ich nun schon auf den DSL-Anschluss von 1&1. Seit dem 15.8. ist das Schweinsberger Refugium internetlos, nachdem diese inkompetenten Pappnasen mich davon überzeugten, den vorhandenen T-Online-Anschluss zu kündigen. Man würde umgehend den neuen Anschluss schalten. „Nur ein paar Tage Wartezeit.“ Unzählige Anrufe bei der Hotline mit ohrenblutsturzfördernder Dudelmusik resultierten in Aussagen wie: „Öhmtja, vielleicht wird das ja nächste Woche was.“ Oh ja, man kann den Bestellstatus auch online abfragen (ganz toll, wenn man dank 1&1 nicht mehr online gehen kann). Da steht dann emphatisch: „Ihr Auftrag wird bearbeitet. Bitte gedulden sie sich noch etwas.“
Aber nun wird alles wieder gut. Letzte Woche den Vertrag wegen nichterbrachter Leistung gekündigt. Selbstredenderweise gibt es darauf keine Reaktion.

Stattdessen bei Congstar angemeldet. Bin hin und weg. Nach zwei Stunden kam die Bestätigungsmail – mit einer festen Terminzusage! Etwas, das 1&1 in zwei Monaten nicht geschafft hat, macht Congstar innerhalb einer Woche klar. Ab 2.10. bin ich wieder online.

Kann Predigen erotisch sein? 110,0

Jetzt bekomme ich bestimmt wieder Ärger. Aber die Frage drängt sich mir gelegentlich auf. Es ist doch so – man wirbt um die Aufmerksamkeit einer erst einmal eher gleichgültig-gelangweilten Masse. Legt sich ins Zeug, gibt alles, schwitzt, formuliert, fühlt ins Auditorium.
Es kommt vor, dass der Funke zündet. Dass etwas entsteht, ein zartes Band, das wächst und gedeiht. Man erkennt es an den Lachern. Sind sie laut und ausgelassen, ist es schon
mal gut. Sind sie kurz und unterdrückt, in eine tiefere Konzentration hinein (man will nichts verpassen), ist es besser.
Es kommt vor, dass man eins ist mit der Masse. Die Leidenschaft miteinander teilt; dieselbe Sehnsucht, dassselbe Ziel. Es ist so, als ob der Schlag der Herzen sich unbemerkt synchronisiert.
Mal ehrlich, das hat was von S…
Es gibt aber auch diese anderen Erfahrungen. Wenn man merkt: „Heute wird das nix.“ Religiöse Impotenz. Es will nicht zünden.
So oder so – wenn ich dann nach einem Gottesdienst oder einer Jugendstunde mit Vmax über die regennasse Autobahn jage, bin ich alle. Leergebrannt. ‚Erfolge‘ sind schnell vergessen. ‚Misserfolge‘ niemals. So oder so, es ist so, wie Sören Kierkegaard es in seinem Tagebuch formulierte:
„Ich komme soeben aus einer Gesellschaft, deren Mittelpunkt ich war. Die
Witzworte strömten von meinen Lippen. Alles bewunderte mich. Und ich, ich ging
hinaus und ———-der Gedankenstrich muß so lang sein wie die Radien der Erdbahn ——, ich ging hinaus und wollte mich erschießen.“
Der Pastor nach der Predigt ist in etwa so lebensfroh wie der Lachs nach dem Laichen.

„Unsere Jugend wächst so schnell. Wäre gut, wenn erstmal keine Neuen dazu kommen.“ 111,1

Ja, die Art der Probleme in Jugendgruppen ist durchaus vielfältig.
Ein begegnungsintensives und landstraßenkilometerfressendes Wochenende ist vorbei.
Jetzt ist bis morgen früh Koma angesagt.Dann geht’s weiter.

Kann mir das mal jemand erklären?

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