Das höchste Gebot

Als Freud einmal gefragt wurde, was ein gesunder Mensch können müsse, antwortete er: „Lieben und arbeiten.“
Wie dumm für uns Christen. Lieben (im freudianischen Sinn) ist tabuisiert, und auch mit dem Lebensbereich ‚Arbeit‘ beschäftigt sich die klassische Gemeinde nicht. Wir sind also komplett irrelevant.

Ergänzen wir Freud um das mönchische „Bete und arbeite“, kommen wir zu Jesu Liebesgebot und dem Beziehungsdreieck Gott (Gebet) – Nächster (Liebe) – Ich (Arbeit als Selbstentfaltung und Selbsterhalt).
So langsam gewinne ich den Eindruck, dass die Zeit reif ist für die Rücknahme der von den Vorvätern übernommenen freiwilligen Selbstkastration.
Der Mensch hat das Recht und die Fähigkeit, auch ein Geschlechtswesen und ein Liebender zu sein.
Wenn wir uns dem nicht sehr bald einmal stellen, versinken wir nicht ganz unverdientermaßen in der Bedeutungslosigkeit.

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5 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Fabs
    Apr 16, 2008 @ 07:50:13

    Vorsicht: Es folgt ein kontrovers-kritischer-Kommentar (KKK). Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte mich damit nicht über religiöse Ansichten Anderer hinwegsetzen sondern nur meine Meinung zu dem heutigen Blog kund tun (wie es die Aufgabe eines Blog-Lesers ist).

    Wo wären wir Menschen heute, wenn es nur nach „Bete und arbeite“ gegangen wäre? Vermutlich wären wir gar nicht. Unbefleckte Empfängnis hin oder her (bei der ich mir nie ganz sicher war, ob die eine katholische Erfindung war oder ob das auch Andere für realistisch hielten), ohne dass unser lieben Väter und Mütter sich dem „Geschlechtswesen“ hingegeben hätten, wäre die Menschheit nicht sehr weit gekommen und wir könnten jetzt nicht darüber spekulieren.

    Allerdings hätten wir auch ein paar dutzend Kriege weniger, Troja wäre heute eine Metropole (vermutlich ohne XXX-Shops und Bahnhofsklo-Berufsgruppen), Rockmusik würde sich nur um Drogen drehen und es gäbe diese unnatürliche Homosexualität nicht. Wäre das nicht eine schöne Welt…?

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  2. diewahrheitistuntoedlich
    Apr 16, 2008 @ 14:30:05

    „Ora et labora“ gilt ja nur für Mönche.
    Aber auch so ist es wahr, dass das Thema ‚Sinnenfreude‘ christlicherseits regelmäßig eher stiefmütterlich behandelt wird.
    Vielleicht auch deswegen, weil in diesem Bereich besonders stark Neigungen, Prägungen und Geschmacksfragen eine Rolle spielen. Man kann quasi nur verlieren, wenn man in diesem Bereich die Stimme erhebt.
    Sieh dir nur das aktuelle Thema Homosexualität an – jedermann hält entweder den Mund oder eiert unverbindlich um den heißen Brei herum.

    Antwort

  3. Fabs
    Apr 17, 2008 @ 06:48:46

    Ach ich finde da gibt es noch mehr Themen, um die herumgeeiert wird. Sei es das Thema Kondome zur AIDS-Prävention, die immer noch von vielen Kirchen verteufelt werden oder die Straftaten eines „einzelnen fehlgeleiteten Sünders“ der sich an kleinen Kindern vergreift.

    Gut gut, das sind jetzt alles Beispiele wo primär die katholische Kirche sich ins Abseits schießt, aber ich hab‘ in den letzten Jahren keine Gegenmeinungen von anderen Konfessionen gehört. Also entweder schreien die nicht laut genug oder ich war zu taub zum hören 😉

    Antwort

  4. diewahrheitistuntoedlich
    Apr 17, 2008 @ 08:11:03

    Tja, manchmal sind wir eben etwas langsamer.
    Aber guckstu z.B. mal http://www.sichere-gemeinde.de, das ist eine hübsche neue Initiative.
    Fabian, nicht nur dir zu Ehren werde ich demnächst mal eine nette Themenwoche starten 😉

    Antwort

  5. matze
    Apr 17, 2008 @ 11:34:45

    @fabs: Habe gerade 2000 Kondome abgeholt, um sie auf dem naechsten Workshop in der Baptistenzentrale in Suedafrika zu verteilen… mal sehen, was passiert…

    Antwort

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