Die unheilige Dreiängstlichkeit der kindlichen Traumwelt

Platz 3: Schienen und Züge
Panische Angst erfasste mich früher, wenn ich diesen ständig wiederkehrenden Traum hatte: Ich inmitten eines Schienenmeers, mehr spürend als hörend, dass sich ein Zug nähert. Aber keine Ahnung, auf welchem Gleis. Auch fies: Dasselbe auf ein Gleis reduziert im Tunnel. Dergestalt bin ich als Kind oft krepiert.
Platz 2: Schlangen
Ziemlich oft wachte ich nachts auf und lag zusammengekrümmt auf dem oberen Drittel des Betts. Im Traum hatte eine zischende Schlange sich des Fußbereichs der Matratze bemächtigt. Schlangen sind der Grund dafür, dass ich bis heute kein auch nur subtropisches Land bereist habe. Keine Ahnung, was passiert, wenn ich mal einer begegne.
Platz 1: Atomkrieg
Unendlich viele Träume, in denen ich als einziger Überlebender eines atomaren Holocausts durch zerstörte Straßen wankte. Immer, wenn in der Schule Probealarm (ABC) ertönte, rechnete ich mir aus, dass ich jetzt noch 20 Minuten hatte, um mit dem Rad nach Hause zu fahren und gemeinsam mit meinen Eltern zu sterben. Als wir im Kindergarten unsere größte Angst zeichnen sollten, malte ich mich an den Boden gefesselt mit einer Bombe, die auf mich abgeworfen wurde.

Fazit: 3 ist Geschichte. 2 als Phobie noch vorhanden. 1 kein realistisches Szenario mehr; aber wenn ich Filme wie „The Day After“ oder „War Games“ sehe, werde ich umgehend wieder zum bibbernden Kindergartenkind.

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