„Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigenen haben.“

Da kommen Menschen glücklich von einem Wochenende zurück, das sie genossen haben, auf dem sie wertvolle Kontakte und Gespräche hatten und eine Schulung über interkulturelle Kommunikation, von der sie nach eigener Aussage massiv profitiert haben, weil es praktisch, einleuchtend und effektiv war ————————————— und beschweren sich darüber, dass es zu wenig geistliche Inputs gab.
Das macht mich mehr als traurig, ja, es lässt mich geradezu verzweifeln. Denn es zeigt, wie wenig viele Menschen davon erlebt und begriffen haben, was Glauben und Evangelium ausmachen. Ist es möglich, den Begriff ‚Evangelium‘ so sehr zu missbrauchen und mit falschen, schädigenden Inhalten zu füllen, dass ‚Evangelium‘ und ‚Leben‘ einander am Ende widersprechen?
Ist es möglich, dass die Sehnsucht nach ‚geistlichen Inputs‘ am Ende oft nichts anderes mehr ist als die masochistische Lust auf hohles, lebensfernes Gefasele, langweilig und nervtötend, das einen quält, das man aber gerade deswegen heftig und empört einfordert, weil man es (als sündiger Mensch) nun eben nicht anders verdient hat und so vielleicht für sein Bösesein sühnen kann? Ist am Ende der Besuch des Gottesdienstes für manchen nichts anderes als das Aufsuchen eines metaphysischen Dominastudios, wo einem durch schlechte Musik, miesepetrige Stimmung und schlechtesgewissenmachende ‚Inputs‘ der religiöse Pöter versohlt wird? Laufen wir Gefahr, mit dem Himmel zu locken und der Hölle zuzuarbeiten?

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Fabs
    Jun 17, 2008 @ 07:16:43

    Da muss ich echt mal sagen: Hut ab! Ich glaube, meiner einer wäre nicht so ruhig, da nicht mit Wut und Groll zu reagieren.

    PS: Ich habe einen Blog-Wunsch. Wie wärs mal wieder mit einem Kommentar zu einem aktuellen Song eines ausgewählten Künstlers? Da gibts dieses Lied von Herrn Naidoo…

    Antwort

  2. Christopher
    Jun 17, 2008 @ 08:12:16

    ich glaube du missverstehst die Rückmeldungen! Ich weiß zwar nicht woher sie kommen und was genau sie bemäkeln, aber sie sind tiefer Ausdruck unserer (eher deutschen als christlichen) Kultur und Geisteshaltung: Wir halten nicht aus, dass etwas gut war, weil wir den dafür Verantwortlichen nicht aus unserem Tal der Tränen und der Mäßigkeit ziehen lassen wollen – ohne uns. Darum finden wir immer Haare in der Suppe und versauen uns den Tag.

    Zitat eines ganz Großen dazu:
    „Wer eine schöne Stunde verschenkt, weil er an Ärger von gestern denkt, oder Sorgen von morgen, der tut mir leid. Mein Name ist Hase, ich weiß bescheid!“

    Antwort

  3. diewahrheitistuntoedlich
    Jun 18, 2008 @ 10:49:49

    @Fabs: Höre gar kein Radio mehr, seit ich die HörbuchCD-Ecke der Stadtbücherei meines VErtrauens regelmäßig plündere. Aber wenn ich mal richtig gut drauf bin, pfeife ich mir den Xaver evtl. mal rein.

    @Christopher: Glaube ich nicht. Dafür hätte auch die Akustik herhalten können.

    Antwort

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