Wer in der Glashalle sitzt…

Ganz schön warm hier. Wenn dann noch die Mädels aus Barbados mit ihren Himbeer-Papaya-Deodosen in der Gegend rumsprühen, wirds auch nicht leckerer.
Außer Blasen an den Füßen habe ich sonst aber beinahe nichts mehr zu meckern.
Ist schon nett, wenn einem hier ständig Horden Gruppen frohgemuter Völkerschaften entgegen kommen und einem hier und da ein breit gegrinstes „Hello, how are you“ entgegenstrahlen. Immer besonders globalisierungsanmutend: Afrikaner mit origamigefalteten Wachstischdecken auf dem Kopf.
Überhaupt trifft man hier viele Leute aus diversen zurückliegenden Lebensphasen, was manchmal verwirrend, aber irgendwie durchaus unterhaltsam ist.
Auch sehr schön: Mit 5.000 Personen an Bierbänken essen. Hat was biergartiges.

Ich schaffe Kultur

Es gab Zeiten, da stand ich auf (aus meiner Sicht) exotische Charaktere. Unverschämte, Selbstbewusste, Unbekümmerte. Diese Vertreter fremder Spezies zogen mich geradezu an. Ich war eben noch jung und ungefestigt.
Nun, da meine Selbstverbesserungsoffensive sich weitgehend festgefressen und das Ego sich in weitläufigen Schützengrabensystemen eingegraben hat, überwiegt der Hang zum Gleichen.

Ostereien

Es begann damit, dass ich im Alfaforum eine hervorragende freie Werkstatt aufspürte, die sich auf Alfa spezialisiert hat. Mitten in der Tucht (wie man bei uns sagt), aber nur 12 km vom Hotel entfernt – immer geradeaus. Also den bockenden und stotternden Sharky geschnappt und los.
Nach fünf km Vollsperrung der Landstraße. Umfahren. Neue Sperrung – zwei LKWs hatten sich gegenseitig pulverisiert, Fahrzeugteile und Ladung rechts und links weit über die Wiesen verteilt.
Strecke 3 hielt zwei km – Vollsperrung. Schließlich landete ich auf einer Hardcorekopfsteinpflasterstraße, 10 km lang und schlimmer als alles, was ich vor ein paar Jahren auf 5442 km Radtour durch Alaska und Kanada jemals erlebt hatte. Mehr als 20 Sachen waren nicht drin.
Kleine Zugabe: Zwei beschrankte Bahnübergänge mit je 15 Minuten (sic!) Wartezeit.
Insgesamt war ich am Ende 1 1/2 Stunden unterwegs.
Die Werkstatt war’s dann wert. Dort schob man alle anderen Autos sofort zur Seite und Sharky auf die Bühne, warf das Diagnosedings an und fand den Fehler: Gerissener Verteilerkopf. Schwupps wurde ein gebrauchter eingebaut, fertig. 71,40 Euro. Bei Alfa hätte ich da 350 Ocken für gelöhnt (laut Forum).
Nebenbei lernte ich noch, dass man nicht bei Vollgas mit Autogas fahren soll, weil das wegen der höheren Brenntemperatur die Dichtungen killt. Die Krümmerdichtung ist schon hin – nichts Schlimmes, klingt nur etwas nach Harley.
Auf dem Rückweg einen netten Namen für ein ortsansächsiges Fischfängerfachgeschäft gesehen: „Der Angelsachse“.

Dive Deeper – Live dabei sein!

Die Chance für Kurzentschlossene: Wenn du nicht lange zögerst, besteht für dich noch die Möglichkeit, live in Leipzig dabei zu sein!
Jetzt zuschlagen.

Lebensraum im Osten

Hier sitze ich in Leipzigs unaussprechlichstem Hotel (zerrissenes Bettlaken, saunaartige Temperaturen und dolle Lage in einem ehemaligen Industriegebiet, das nach der letzten erfolgreichen Bombadierung im Krieg anscheinend nicht wieder aufgebaut wurde) und habe endlich mal wieder Zeit zum Bloggen.
Aber andererseits keine Muße.
Denn Sharky ist ernsthaft krank, und ich dementsprechend in Sorge.
War kein Spaß, 400 Kilometer mit Tempo 100 über die Autobahn zu ruckeln, mit ständigem Alarmpiepsen im Ohr, begleitet von „Fehler Motorüberwachungssystem“.
Morgen wird er mal auseinandergenommen. Hoffentlich nur die Zündkerzen.

Gruppentherapeut des Tages

Radovan Karadžić
Bin gespannt auf die Auswertungsrunde.

Barack me, Obamadeus

Gibt es eigentlich auch nur einen einzigen Menschen, der 100% gururesistent ist?
Ich glaube nicht.
Frühkindliche Prägung. Wir sind es gewohnt, zu Menschen aufzusehen. Sobald zwei Menschen in einem Raum sind, ist einer von ihnen der Starke, der andere der Schwache.
Gleichberechtigung ist ein edles Ziel, aber eben doch ein unerreichbares. Oder man bescheißt sich selbst.
An dieser Tatsache kann man kaputt gehen. Oder sie als das betrachten, was sie tatsächlich ist: Eine Angelegenheit von mittlerer Bedeutsamkeit.
Wenn ich es lerne, sowohl meine Stärke als auch meine Schwäche zu ertragen sowie die Tatsache, dass meine Rolle und mein Selbstbewusstsein volatiler sind als der DAX, wird es mir hin und wieder gelingen, glücklich zu sein.
Sonst eben nicht.

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