Inspektion vs. Introspektion

Was ist eigentlich unangenehmer – durchschaut zu werden oder sich selbst zu durchschauen?
Nun, das eine geht nicht ohne das andere. Nur da kann ich mich ertappt (oder was auch immer) fühlen, wo ich selbst auch schon einmal emotional konnotiert hingesehen habe – gerne auch entsetzt.
Des Menschen Seele hat etwas von einem Klärbecken. Bleibt alles ruhig, sinkt die Kacke sinken die unahngenehmeren Anteile friedlich nach unten, wo sie weitgehend unverändert vor sich hingammeln. Die Oberfläche des Gewässers liegt sauber und friedlich da. Trifft man dann auf einen aufrührerischen rührenden Mitmenschen, der mit einem in diesem Fall wenig tröstlichen Stecken und Stab in ebenselbigem Gewässer herumstochert, wird’s braun bunt im nunmehr trüben Tümpel.
Der hiermit einhergehende Prozess wirkt auf den ersten Blick (die Nase ist hoffentlich geschlossen) produktiv. Aber das täuscht. Denn im Endeffekt warten wir doch nur darauf, dass die Exkremente wieder zu Boden sinken und wir so wirken, als könnten wir kein Wässerchen trüben.

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