Aber ich wachte eifersüchtig über meinen Charakter

Gandhis Motto und ein inspirierender Beitrag für jedes ethische System. Die alte Masche „Ich will Jesus nicht traurig machen“ zieht ja irgendwie nicht. Das ist die Sache mit intrinsischer und extrinsicher Motivation – ein schlechtes Gewissen hält nicht lange vor.
Ethik als Charakterpflege also. Als langfristige Investition. Denn was nützt es mir, wenn ich die ganze Welt gewinne, aber Schaden an meinem Charakter nehme. Eine Absage an kurzfristige Voreile und ‚Lösungen‘.
Im Judentum gibt es die Vorstellung von der ‚Untathülle‘: Alles, was ich mir an unangemessenem Verhalten leiste, wird gesammelt und reichert sich an. Die Psychoanalyse sieht es ähnlich, wenn sie feststellt, dass das Unbewusste nie vergisst, dass hier all das lebenslang gespoeichert wird, was wir tun und erleiden.
Sämtliche Weltreligionen sind sich darin (wenn auch sonst in nichts) einig: Untaten haben Folgen. Das ist eben die Wahrheit, von der wir uns so häufig emanzipieren wollen – wir bescheißen uns, damit wir andere bescheißen können.
Und so schiziphrenisieren wir uns. In allen anderen Lebensbereichen planen wir langfristig – versichern uns, schließen Rentenverträge ab, machen uns krumm. Nur in Charakterfragen wird kurzfristig geplant. Und kurzsichtig.

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