Predigtnot

Ich predige wirklich gerne. Aber ich hasse es auch wie die Pest. Wenn Ambivalenz, dann hier.
Ist das völlige Banalität, die ich da gerade wutentbrannt in die Tastatur einhacke, totale Psychogrütze – oder der große, erlösende, revolutionäre Entwurf, auf den die Menschheit nur gewartet hat?
Ein schmaler Grat, und irgendwie eine lustvoll-schmerzhafte Sache. Das mache ich jetzt schon so lange, aber das Phänomen habe ich nicht auch nur ansatzweise begriffen.
Wie habe ich es damals in München nur seelisch verkraftet, wirklich jede Woche so einen Prozess zu durchleiden, eine hübsch verpackte 25-Minuten-Portion, frisch abgesondert, unter die Leute zu bringen, ohne dabei komplett den Verstand zu verlieren?
Zeit und Arbeit sind nicht das Problem. Aber diese Relevanzzweifel. Die Ungewissheit, die damit einher geht, etwas frisch Erdachtes und Erfühltes dem brüllenden Tageslicht der Öffentlichkeit auszusetzen, obwohl die Nabelschnur noch gar nicht richtig durchtrennt ist.
Das schlaucht schon.
Aber geil.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Daniela
    Jul 17, 2008 @ 11:49:30

    He Tom! Nicht so viel Pessimismus und Selbstzweifel an Dich ran lassen! Du hast was zu sagen und das ist gut so!
    Das ist wohl das Leid des Hauptamtlichen… Früchte einer Predigt sehen nur wenige. Frohes Schaffen noch!

    Antwort

  2. Nils
    Jul 17, 2008 @ 14:42:17

    sag‘ einfach nur das, was die leute noch nicht wissen oder das gegenteil von dem, was sie zu wissen glauben.

    Antwort

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