Die Krise von Arras

Advertisements

Die Kunst des Verdrängens

Tatifverträge sind was Tolles. Sogar zur Erholung nötigen sie einen.
Dabei ist noch so viel zu tun. Jetzt drei Wochen vom Netz zu sein, passt eigentlich gar nicht. Aber wann denn auch überhaupt mal.
Eigentlich bin ich ja recht fit. Ja nee, echt jetzt.
Und läuft ja auch gerade recht gut. Abgesehen von ein paar Ärgerlichkeiten. Aber sonst ist alles super. Wirklich.
Also Pause machen. Runterkommen. Das wird sicher etwas dauern, denn im Köpfchen rumort es gescheit.

De libero arbitrio

Das Evangelium ist eine Möglichkeit. Eine geniale, einzigartige, lebensverändernde. Wenn ich mir ansehe, wie weitreichend und tiefgreifend die Veränderungen wären, nähme ich das alles existenziell für bare Münze. Manchmal tue ich das, aber es wäre durchaus mehr drin.
Schon genial: Ich habe die Wahl. Niemand zwingt mich. Angstfreie Optionen.
Alter, aber was ich da jeden Tag verpasse…

Für den Arsch? Für die Tonne? Fürs Leben?

Lernen, ist das nicht so etwas wie die Schmerzverlagerung bei Migräne, die ich mir per Meditation antrainiert habe? Das Gefühl, den Schmerzpunkt auf der Innenseite der Schädeldecke wandern lassen zu können, hat temporär Allmächtigkeitsanmutendes.
Was ist Lernen anderes als gebündelte Aufmerksamkeit, auf einen punktuellen Sachverhalt gelenkt. Konzentriert, aber wandernd.
Und wozu denn eigentlich?
Das zufriedengestellte Schwein ist besser dran. Habe ich gelernt.
Ich für meinen Teil habe mir antrainiert, den Fokus vom Äußeren auf das Innere zu lenken – die Schuld und Zuständigkeit nicht mehr außerhalb meiner selbst zu suchen, sondern innen drin. Das ist effektiver, sagte man mir.
Außer wenn man dabei mit dem Zeigefinger im Bauchnabel stecken bleibt, erwidere ich. Dann ist es nämlich vorbei mit wandernder Aufmerksamkeit und hakt und fängt an zu jucken.

Wer Irak sät, wird Georgien ernten

Russland feiert sein Comeback. Nur logisch, was da passiert. Was Saddam sein Kuwait, das Saakaschwili sein Südossetien. Geschichte folgt festen Regeln, unabhängig von der Anzahl möglicher Kollateralschäden.
Die Amis gucken dumm aus der Wäsche: Wer bald Wahlen hat, kann keinen neuen Krieg beginnen.
Europa hängt am Gaspromhahn.
Scheiß auf China, was haben die außer billigen Arbeitskräften schon zu bieten?
Russland ist wieder da, und mit ihm das Primat der rohstoffreichen Staaten.
Die Araber haben die Amis hübsch portioniert und besetzt. Die Russen bekommen sie nicht klein.
Aus den Regionen östlich des Kaspischen Meers mussten die Gringos sich bereits wieder zurückziehen. Jetzt geht ihnen auch noch der Kaukasus durch die Lappen.
Mal sehen, wieviele Jahre die Ukraine noch hat.
Mein Tipp: mittelfristig gibt es eine Art Neuauflage des Warschauer Paktes, wenn auch vorerst nur mit wenigen Mitgliedern.
Langfristig haben die Russen einen unschätzbaren strategischen Vorteil: Der Klimawandel, der im Westen und der vermeintlichen Boomregion Südostasien Milliardenschäden anrichtet, kratzt sie nicht.

Praise Deeper


Nachdem es für den „Worship Leader“ der GRÖßten KOnferenz aller Zeiten bereits eine eigene StudiVZ-Gruppe gibt, gewinnt er durch das Onlinestellen einer Spielanleitung seines Lieds (ohne dafür Geld zu nehmen, wow!) weitere Sympathien.
Dabei fällt auf:
-Als fügsame Ehefrau schaltet die Hilfe an seiner Seite gut sichtbar auf Standby und nimmt erst einmal rein repräsentative Aufgaben wahr. Eine wahrhaft vorbildliche christliche Ehe!
-Ihr dabei an den Tag gelegter offensiv gelangweilter Gesichtsausdruck ist Zeichen einer bewundernswerten, erlösten Authentizität. Gelächelt wird erst ab einer vierstelligen Zuschauerschaft.
-Selbiges gilt für Heilige Hände, welche nur coram publico aufgehoben werden, nicht etwa auf dem heimischen Sofa. Ebenso verhält es sich mit dem meditativ-selbstversunken Augenverschließen des Protagonisten, welches nur vor Publikum zum Einsatz kommt. Man muss mit den Früchten des Geistes haushalten können!
Fazit: Der Geist weht, wo er will. Aber in Hallen ist die Belüftung einfach besser.

Das macht Sinn

Heute wieder einmal einen spannenden Tag mit einer bezaubernden Jugendgruppe verbracht. Mit netten Spielen begonnen und in angeregtem Austausch geendet. Danach glücklich zuhause angekommen.
Auch wenn mir wie so oft im Kopf rumspukt, was ich besser hätte machen können, was noch mehr drin gewesen wäre, macht mich Gruppengedöns rundum glücklich. Weil es Sinn macht. Wie ein Tierarzt komme ich mir da vor, glücklich strahlend bis zum Ellenbogen im Enddarm der Realität.

Vorherige ältere Einträge