Stoffwechselfunktionen

Zwei Gelegenheiten, bei denen Männer konzentriert auf eine Wand starren, darauf warten, dass das erlösende Geräusch kommt, Angst haben, dass jemand guckt und sich besorgt fragen, was wohl gerade hinter ihnen vorgeht:
1. Geldabheben
2. Pinkeln

Rechtgläubigkeitstest für Jugendwerke

Werk A: „Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern“
Werk B: „Disziplinfragen“
Werk A: „Da müssen wir wohl weiterdiskutieren.“
Werk B: „Wir treffen diese Entscheidung in dem Bewusstsein, dass sie Ängste auslöst.“
Werk A: „Wer will als Nächster?“
Werk B: „Ich bestimme dann mal, wer jetzt dran ist.“
Werk A: „Kinderschutz“
Werk B: “ “
Werk A: „Teamarbeit mit vielfältigen Persönlichkeiten“
Werk B: „Teamarbeit trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten“
Werk A: „Leiten lernen von Shackleton“
Werk B: „Leiten lernen von Josua“

Operation Walküre – Kurzversion

Besorgter Zwischenruf

Es gibt da ja fromme Menschen, die einem sagen, man dürfe keinen Sex vor der Ehe haben. Eine Meinung, mit der wir alle irgendwie aufwachsen. Manche bleiben dabei, andere kommen zu einer weiterführenden Erkenntnis.
Meistens sind es die ‚Liberalen‘, die in Rechtfertigungszwang geraten. Sie erklären sich, verteidigen sich oder machen’s einfach heimlich. Häufig offenbart erst unfreiwillige Reproduktion die tatsächliche Einstellung.
Die Frommen sind fein raus. Sie verkneifen’s sich, heiraten kurz nach der Führerscheinprüfung und sind voll die Helden. Außerdem dürfen sie im Jugendchor in der ersten Reihe stehen.

Eine Frage bleibt: Kein Sex – wie definiert sich das? Im Laufe meiner religiösen Sozialisation sind mir Legionen mediokrer Apologismen a la „Ich mach‘ mir die Welt, wie sie mir gefällt“ untergekommen.
Aber machen wir’s doch einfach mal wie Paulus und sehen uns an, was obrigkeitliche Vorlage ist.

Und da finden wir hergeleitet aus StGB § 176 Abs. 3:
„Sexuell ist die Handlung dann, wenn sie unmittelbar das Geschlechtliche im Menschen betrifft. Aus der Systematik des Strafgesetzbuchs folgt die Einschränkung dieser Definition dahingehend, dass nur solche Handlungen als sexuelle Handlungen verstanden werden sollen, die unter Einsatz des eigenen oder eines fremden Körpers verübt werden.“ (Wikipedia)
Anders gesagt: Die Absicht macht die Handlung zu einer sexuellen. Art und Umfang der Aktion ist dabei völlig nebensächlich.
Ergo: Verliebt Küssen ist Sex. Selbst verliebt Händchenhalten ist Sex.
Ergo: Wer Händchen hält, ist automatisch verheiratet. Man darf in seinem Leben nur mit einer Frau Händchen halten.

Klingt für euch an den Haaren herbeigezogen? Ich übertreibe mal wieder? Dann lest doch mal Mt 5, 28. Jesus und das StGB definieren ’sexuelle Handung‘ exakt identisch.

Also: Wenn schon kein Sex vor der Ehe, dann bitte richtig. Gemauschel brauchen wir da nicht.

Und nun? Wenn die schnelle Antwort nicht zieht, braucht’s wohl eine längere.

Cooler Messias zur Nacht

Heute Nacht geträumt:
Bewerbungsgespräch, vermutlich in einer Gemeinde. Auf die obligatorische Frage, „ob ich denn den Herrn Jesus lieb habe“, antwortete ich: „Jawoll. Wir können gar nicht genug voneinander bekommen. Ich stehe sogar manchmal nachts auf und hole mir welche.[???]“ Dann schob ich die Anekdote „Jesus Khan“ nach.
Keine Ahnung, wie das konkret ankam und was daraus wurde. Fühlte sich jedenfalls toll an.

Yellow mellow

Einführungsgebet mal anders – man beachte das einprägsame Ende.

„Lord, in the memory of all the saints who from their labors rest, and in the joy of a new beginning, we ask you to help us work for that day when black will not be asked to get back, when brown can stick around — (laughter) — when yellow will be mellow — (laughter) — when the red man can get ahead, man — (laughter) — and when white will embrace what is right.
Let all those who do justice and love mercy say amen.“
(hier komplett)

Ballast abwerfen gefällig?

Heute habe ich mal einen hübschen Link gefunden:
www.aboalarm.de
Da könnt ihr gepflegt eure sämtlichen Abos verwalten sowie Kündigungsschreiben erstellen und drucken lassen.
Habe mal ein paar Optionen durchgetestet – Bahncard, Strom, Zeitschriften, Versicherungen – die meisten Kündigungsadressen scheinen in der Datenbank zu sein. Verbrecherorganisationen wie 1§1 [Name durch die Redaktion geändert], die bewusst ihre Kündigungsanschrift verheimlichen und somit noch einmal Unsummen an teuren Hotlines verdienen, haben somit nix mehr zu lachen.

Himmlische Aussichten

„Man kann die komplette Theorie vergessen. Wenn man ein Schiff in die Luft bringen will, das man nicht liebt, wird einem das nicht gelingen, man hat nicht die geringste Chance. Aber Liebe hält sie in der Luft, auch wenn sie runterfallen sollte. Liebe lässt dich spüren, was sie braucht. Liebe macht das Schiff zu einem Zuhause.“
Cpt. Malcolm Reynolds, Serenity

„Ich bin ein Blatt im Wind. Seht, wie ich dahingleite.“
Hoban Washburn, a.a.O.

Stopfkunden

Ein Stopfkunde ist jemand, der an der Kasse bzw. sonstwelchem Dienstleistungsmöbel ungebührlich viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Eine ungefähre Faustformel könnte sein: „Je kürzer mein Schwanz und je verkümmerter meine sozialen Kontakte, desto länger wird die Schlange hinter mir.“
Jeder Baptistenpastor kennt das – geht einfach mal wieder in eine Gemeindeversammlung und seht euch die Bescherung an. Da gibt’s auch nichts von Ratiopharm.
Dementsprechend kann ich nur meinen Aufruf wiederholen, Psychotherapien und schönheits- sowie hirnchirurgische Eingriffe durch die Gemeindekasse zu finanzieren. Nichts trägt mehr zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Stufe 7

Glücklicherweise habe ich meinen Erikson gelesen: Wenn ich nicht verkalken will, muss ich generativ werden. Also schnell reproduzieren bzw. lehren und unterrichten.
Immer wieder wundere ich mich darüber, wer so alles als Lehrende(r) unterwegs ist – in der Regel mehr an eigenem Mitteilungsbedürfnis und Unlust an anderen Arbeitsformen orientiert als an der tatsächlich am Markt vorfindlichen Nachfragesituation.
Aber es ist ja ganz klar: Man will etwas weiterzugeben haben, etwas zu sagen, zu lehren, zu vermitteln. Was? Egal, Hauptsache lehren. Prinzipiell geht es mir ja auch gar nicht so viel anders, denn Bilden ist mein Beruf, und alles, was ich an neuer Lebens- und Arbeitsperspektive entwickle, geht unbeirrbar in diese Richtung.
Ist aber auch gar kein Wunder, wenn man Erikson liest. Wie der olle Lachs, der sein Ende kommen spürt, kämpfen wir uns noch einmal jammernd und ächzend den Strom hinauf, gegen Nachfragesituation und Konjunkturlage, stemmen uns gegen Desinteresse und Gleichgültigkeit, beseelt von der Hoffnung, irgendwo anzukommen, wo wir unseren ollen Schmodder genüsslich ablaichen und den ganzen Laden gründlich transformieren können. Was ein infantiler Scheiß.

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