Demokratie ist anstrengend

Von mehreren Stellen hörte ich in der letzten Zeit Sätze wie „Das kann man nicht demokratisch entscheiden“ oder „Die haben ja gar nicht genug Sachverstand, um da mitreden zu können.“ Ist ja verständlich, dass man irgendwann auch einmal diskussionsmüde ist und einfach keine Lust mehr hat, über jeden Pups und jede Überschrift endlos zu dislutieren. Aber das ist es nun einmal, wozu wir uns als Jugendverband verpflichtet und verabredet haben. Da sind wir (zumindest in der Theorie) radikaler als viele andere, und zumindest im freikirchlichen Bereich ist unser bottom-up-Prinzip beinahe Alleinstellungsmerkmal – zumindest verglichen mit dem, was ich so kenne. Aber in der Praxis sieht es eben doch oft anders aus. Da wird fröhlich gemauschelt, vorgeklärt, eingegrenzt. Immer wieder erlebe ich, dass man der Basis ein paar Flipchartblöcke vor die Füße legt und „Ihr dürft total machen, was ihr wollt“ vorsäuselt – in Wahrheit aber Themen, Posten und Slogans schon längst ausgeheckt hat. Verständlich. Aber Scheiße bleibt Scheiße, wie einst mein Griechischdozent beim Zurückgeben erner Probeklausur anmerkte.
Was wir bräuchten, ist eine unabhängige Institution, die uns dezent in die Karten blickt und uns hin und wieder an unsere Grundsätze und Überzeugungen erinnert. Fresenius für’s Jugendwerk.

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