Popkultureller Plapperzwang

…ist eine Vokabel, die mir eben über den Weg lief und sich gleich in Bloggers Sprachzentrum einnistete.

Und wohl ein Phänomen, das häufiger auftritt als die Schweinepriestergrippe.

Oder?

Ich hab‘ da auch schon so ein Jucken an den Stimmbändern.

Pastor sein – Mensch bleiben

Beides bin ich recht gerne, frage mich jedoch gelegentlich, wie dies mit jenem zusammen passt. Von wegen Erwartungen. Am Wochenende hatten wir große Konferenz, und in diesem Kontext ist es wichtig für meinen Verein, dass er sich auf einigermaßen respektable Weise darstellt. Nachdem ich das schon ein paarmal mitgemacht habe, dachte ich mir, es sei angemessen, ’nur‘ durch Andacht und Workshop in die Kamera zu lächeln (neben ein paar anderen Sachen, die aber niemand sieht) und ansonsten auch einmal andere vor zu lassen. Während der Präsentation unseres Vereins, die bisher immer ich durchgeführt hatte (bzw. ordentlich dabei mitgemischt) blieb ich diesmal in der letzten Reihe sitzen.

Das war vielleicht ein Gefühl! Definitiv außerhalb der Komfortzone. „Der Pastor hat an Deck zu sein“, instruierte mich einst ein  Kollege – will meinen: Gesehen werden und gesehen werden. Das A und O des pastoralen Daseins? Dann war ich auch noch kurz draußen, als man mich zum Segnen auf die Bühne holen wurde, und es wurde öffentlich gemutmaßt, ich sei wohl schon gefahren.

Also, was ist wichtig(er) in diesem Job? Ist man Geisel und Besitz der Gemeinde, der hin und wieder hübsch herausgeputzt zur allgemeinen Beruhigung der Massen vorgeführt wird? Ach, was die Leute denken… Menschen sind vergesslich. Aber was ich selbst an Erwartungen spüre und zu befriedigen suche, das ist die Frage. Rollenerwartungen, das ist das Stichwort.

Die ewige Frage bleibt, was ich tun will: Das Gute oder das Sichtbare.

Abschlussbericht „Auf der Suche“

Nach ein paar Wochen „auf der Suche“ nach Menschen, die in Sachen Glaube und Überzeugungen einigermaßen ähnlich wie ich ticken, erfolgt nun der finale Bericht. Natürlich werde ich auch weiterhin die Augen auf halten, aber immerhin haben sich inzwischen ein paar Möglichkeiten und Kontakte gefunden, alte und neue, die ich in Zukunft intensivieren werde. Es wird sich zeigen, welche dieser Perspektive sich als langfristig erweisen werden. Die Reihnefolge der Punkte gibt ihre Gewichtung wieder. 1. Progressive USA: Die Recherche hat mein Bild von den „dummen Amis“ etwas relativiert. Für die Mehrheit mag dies gelten. Wenn man aber nach (aus meiner Sicht) gesunden und fitten Gemeinden und Pastoren sucht, findet man die so gut wie nur dort drüben – mit wenigen rühmlichen Ausnahmen. Namentlich erwähne ich TCPC (mit einem soannendenKonzept für progressive Gemeindearbeit, das sie momentan erarbeiten, incl. Materialien usw.) und Crosswalk America (Phoenix Affirmations, die ich in der nächsten Zeit für mich intensiv auswerten und verbreiten werde). 2.  Politisches Engagement: Auch wenn die von mir erkorene Partei in meinem Ort nur 2,6% aufweisen kann, ich versuche es mal. Zumindest ausprobieren werde ich es mit politischer Arbeit einmal, und wenn es nur ist, um Erfahrung zu sammeln. Vielleicht aber wird es auch richtig gut. Die Grünen haben recht gute Schulungsangebote für Hobby-Lokalpolitiker, das kann doch was werden. 3. Soziales Engagement: Auch da habe ich mir etwas ausgeguckt. Nächste Woche werde ich dort meine Fühler ausstrecken. Mal sehen. Nun will ich mich natürlich auch nicht übernehmen. Aber immer nur klugscheißern ist ja auch keine Lösung.

P.S.: Insgesamt hat mir die Suche 19 Links in meinem Ordner „GlaubensgenossInnen“ eingebracht. ds ist doch was.

Doch nicht alles klar?

Eben fragte mich jemand, ob ich auch den Fernsehbeitrag über die „Therapie von Homosexuellen“ gesehen habe, der sei ja sehr negativ gewesen. Wir hatten nie über dieses Thema geredet, und da scheint irgendwie klar zu sein, dass es für Christen in dieser Frage nur einen möglichen Standpunkt gibt???

Anscheinend habe ich mancherorten Unklarheit hinsichtlich meiner Einstellung hierzu entstehen lassen. Das betrübt mich ernsthaft. Bin ich so ein Schisser? Ich arbeite dran. Ehrlich.

Wie weit wirst du gehen?

Das ist gar keine rhetorische Frage, sondern eine, die ich mir immer einmal wieder stelle.
Kann ich meine Überzeugungen wirklich sagen und leben?
Neinnein, inzwischen denke ich anders herum: Kann ich es mir leisten, meine Überzeugungen zu tarnen? Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt (oder auch nur ein Stück vermeintlicher Sicherheit), nimmt aber Schaden an seiner Seele?
Von jetzt an will ich zumindest versuchen, mehr für meine Überzeugungen einzustehen und das auf eine weniger polemische Art zu tun. Ohne Gewähr 😉
Fangen wir mit ein paar Kleinigkeiten an.

Sehr geehrte Interessentin, sehr geehrter Interessent,
Ihre untenstehende Anfrage hat uns erreicht, vielen Dank.
Sie erhalten in den nächsten Tagen die gewünschen Unterlagen/Informationen zu einer Mitgliedschaft bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN per Post.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Bundesgeschäftsstelle

Streitfall Liebe

Über den Marburger Zwischenfall wäre noch viel zu sagen. Mich aber nur heillos aufzuregen, bringt am Ende doch nichts. Also bemühe ich mich um Konstruktivität und liefere euch heute (quasi als „Auf der Suche“-Intermezzo) zwei interessante Links:

1. Zwischenraum
Ein Aussteiger aus der „Ex-Gay-Bewegung“, also ein Ex-Ex-Schwuler begründete diese Organisation für Menschen, die sich ihrer homo-, bi oder transsexuellen Orientierung im Kontext christlicher Gemeinden stellen wollen. Anders als bei entsprechenden Verlautbarungen von Wüstenstrom oder OJC kommt hier das gut biblische Wort „angstfrei“ vor.
Hier der Link

2. WABaptists
Als großer Liebhaber konfessioneller Bindung bin ich besonders stolz darüber, dass es auch im Kontext meiner eigenen Firma engagierte Geschwister gibt, die sich den aufgrund ihrer sexuellen Orientierung Unterdrückten und Verleumdeten annemmen. The Association of Welcoming & Affirming Baptists entstand durch die Initiative baptistischer Pastorinnen und Pastoren, die der Ablehung Homosexueller ins Angesicht widerstehen wollten. Da frage ich mich doch: What would Martin Luther King do?
Hier der Link

„Homoumpolungskongress“ in Marburg?

Und ich hätte mich beinahe zu diesem Kongress angemeldet. Nun wäre mir eher danach, Unterschriften dagegen zu sammeln. Wo Markus Hoffmann von „Wüstenstrom“ und Christl Ruth Vonholdt vom „Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft“ sind, namhafte Homoumpoler und „Identitätsstifter“, da will ich nicht sein. Dass es solche Menschen gibt, damit muss man wohl leben. Eine Organisation, die so jemanden aber auch noch zu Seminaren einlädt und damit  eine Bühne für menschenverachtende Ideologie bietet, ist für mich jedoch gestorben. Pfui Teufel!
Weitere Infos hier.

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