V-Day

Wir feiern unser Besiegtsein. Ist ja alles etwas kompliziert.
Wenn mein Opa vom Krieg erzählte (selten genug), dann geschah dies stets in der Wir-Perspektive. „Wir lagen an der Wolga“ usw. Wir gnädigerweise Spätgeborenen sind da etwas ambivalenter aufgestellt.
Ist heute ein Feiertag? Einer des Gedenkens?
Ich jedenfalls gedenke am 8.5. alljährlich. Nicht zuletzt deshalb, weil sich heute für mich auch ein ganz (, ganz) persönlicher und nachhaltiger Tritt in die Eier jährt, mache ich auf historisch und rückbesinnlich. Es ist wahr, die Ereignisse rücken mehr und mehr in den Hintergrund. Aber bleiben werden sie für immer.
So ist das mit Daten, die ein Ende und zugleich einen Neubeginn markieren. Einschneidende Ereignisse lassen Narben zurück.
Und das ist es, was den 8. Mai ausmacht: Einen verfickten Tag der juckenden Narbe, den niemand liebt. Doch, die Alliierten feiern heute. Außer dem Russen, der stechschreitet erst morgen über den Roten Platz.

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