Im religiösen Supermarkt an der Schnäppchentheke

„Als junger Mensch und Theologe weiß man so viel über ihn zu sagen. Je älter man wird, um so rätselhafter wird einem dieser Gott…. Glauben heißt, sich dem Geheimnis des Lebens anvertrauen, obwohl man es nicht entziffern kann.“ (Fulbert Steffensky)

Wie schon häufig angemerkt dient mein Bloggen größtenteils dazu, metaphysisch-soziologischen Druckabbau zu betreiben. So auch heute.
Denn es schockiert mich immer wieder, mit welch dreister Selbstverständlichkeit jeder Hinterhoffuzzi sich für berufen hält, die eine oder andere ‚überkonfessionelle‘, ‚zeitgemäße‘ Gebilde ins Leben zu rufen und so zu tun, als habe es vor Ort vorher nichts christliches gegeben und die Welt nur darauf gewartet. Das kotzt mich wirklich an. Können die es nicht erst einmal mit einer Therapie versuchen, bevor sie andere Menschen in die Kompensation ihres Minderwertigkeitskomplexes hineinziehen?
Welch ein Elend, einen Blick auf die wie die Pilze aus dem Boden schießenden Homepages dieser Möchtegerngesellschaftstransformierer zu werfen. Grafisch manchmal einigermaßen erträglich (wenn es ihnen beriets in ihrer Startupphase ist, einer der vor Ort bestehenden Kirchen einen Grafigdesigner abzuwerben), aber der Inhalt ist doch immer derselbe semitheologische Brei: 1. Wir haben den Herrn Jesus ganz doll lieb, 2. Wir haben die Bibel ganz doll lieb, und wenn jemand sagt, dass da etwas nicht so ganz drann stimmt, dann fangen wir an zu heulen, 3. Wir finden irgendwie Menschen ganz toll, und wir haben das, was ihnen fehlt.
Und dann trifft sich da eine Gruppe hipper junger ChristInnen, denen ihre alte Gemeinde nicht doll genug war, und macht so vor sich hin.

Ja, die bestehenden Gemeinden sind erschreckend oft zum Kotzen. Aber ist das wirklich ein legitimer Grund, seinen eigenen Kuschelclub aufzumachen? Ich weiß nicht. Spaltung ist Sünde, habe ich mal gelesen.
Ob ich eifersüchtig bin? Vielleicht. Wobei ich auf keinen Fall mit irgendwelchen eklig motivierten jungen Christen in einem Raum rumhocken will, die Gemeinde dazu hernehmen, ihr Ego metaphysisch auszupolstern. Bäh.

Gott ist bei der Auswahl seines Bodenpersonals wirklich ganz schön weitherzig. Hm, besser ist das.

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3 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Nils
    Jun 09, 2009 @ 16:07:38

    Wer isch’s dies’mol?

    Antwort

  2. diewahrheitistuntoedlich
    Jun 09, 2009 @ 16:32:32

    Jaja, ich weiß, ich wiederhole mich…

    Antwort

  3. Christopher
    Jun 10, 2009 @ 07:10:29

    What would you do, if they know, they couldn’t fail?

    Antwort

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