Progressive Minenfelder

Neulich las ich die interessante Beobachtung, progressive „leaders“ seien häufig brilliante Denkerinnen und Denker, durchaus in der Lage, ihre Ängste zu überwinden und kritisch ihre Stimme zu erhemen, auch auf die Gefahr hin, massiv dafür kritisiert zu werden. Auf der anderen Seite fiele es ihnen schwer, Gemeinschaften zu bilden, stabile soziale Netze aufzubauen und sich in ein größeres Ganzes einzufügen. Häufig verließen sie diese Gemeinschaft aus vermeintlich inhaltlichen Gründen. Diese offensichtliche soziale Inkompetenz sei der Hauptgrund dafür, dass die christliche progressive Bewegung nicht die ihr angemessene Bedeutung habe, sondern eher ein Schattendasein friste.
Tja, offensichtlich bin ich hier keine Ausnahme. Wenn ich meiner Hauptkritikerin glauben darf, liegt genau hier meine Achillesferse.
Aber was nun? Es stellt sich die immer gleiche Frage hinsichtlich des Ressourcenmanagements und der weiteren persönlichkeitsentwicklerischen Zielrichtung: Die Schwächen flicken oder die Stärken erweitern?
Am Ende kann die Frage wohl nur zielorientiert gestellt werden: Mit welchen Eigenschaften und soft skills muss ich gesegnet sein, um ein noch näher zu bezeichnendes Ziel zu erreichen? Was sind die Hauptbremser? Und inwiefern lassen sie sich bearbeiten? Geht das überhaupt?
Ist Persönlichkeitsentwicklung nicht letztendlich Sünde weil Eingriff in die Schöpfungsordnung? Dürfen wir dann überhaupt noch predigen und seelsorgen?
Aber ich schweife ab (es gibt wohl auch und nicht zuletzt die Tendenz, Theologie zu Abwehrzwecken zu missbrauchen).
Ach, die Antwort ist ja so was von offesichtlich: Ran an die blinden Flecken. Verdammt.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Angela
    Jul 24, 2009 @ 07:05:35

    Vielleicht wäre ein Trick mit kleinen Gemeinschaften zu beginnen. Und sich der Bereitschaft zu stellen, miteinander aneinander zu arbeiten. Was soll an großen Kirchen auch gut sein? Nur dass es beim Predigen geil ist. Vielleicht geht progressiv nur zu 12.

    Antwort

  2. diewahrheitistuntoedlich
    Jul 24, 2009 @ 07:16:54

    Stimmt. Überhaupt ist manches von dem, was dieser Jesus gemacht hat, wirklich interessant. Hat ja auch eher die Einzelkontakte gesucht. Und ab und zu, wenn er zu provokativ war, sind ihm ein paar Jünger abgehauen. Von Gästegottesdiensten und Megachurch-Events lese ich dagegen gar nichts. Im Gegenteil, vor den Massen ist er geflohen.
    Ok, also einfach klein weitermachen. Danke für den Tipp.

    Antwort

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