dENKEmal

Immer, wenn es einen Promi erwischt, hat das etwas Persönliches. Das war jemand, den ich ‚kannte‘, der in irgendeiner wenn auch marginalen Weise Teil meines Lebens war. Jetzt nicht mehr.
Meistens überrascht mich so etwas nicht. Auch nicht beim Enke, denn der hatte ja schon etwas Depressives, Freudloses, Zurückgezogenes, Vereinsamtes. „War das denn nötig? Wer hätte das verhindern können?“ Fragen dann die Leute – und so auch ich.
Wie kam es dazu? Darüber wird jetzt viel diskutiert werden. Fakt ist: Wenn einem Menschen die Perspektive abhanden geht, die Lebensfreude zerrinnt, dann gibt es ganz einfach keinen Grund mehr, weiter zu machen. Wozu aufstehen? Wozu Brötchen holen, Steuererklärung machen, Auto waschen?
Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Aufgaben, Pflichten, Anforderungen. Man muss sich aufraffen, motivieren, dran bleiben. Es geht darum, das Bestehende zu tragen und gleichzeitig weiter zu denken – nach vorne.
Das ist manchmal anspruchsvoll. Oft richtig schwer. Aber es gibt auch die sehr schönen und genussvollen Zeiten, Oasen des Fließens und Genießens.
Menschen wie Robert Enke kann das zu schwer werden. Dann machen sie dem folgerichtig ein Ende.
Es steht mir nicht zu, über diese Entscheidung zu urteilen. „Richtet nicht, denn auch ich richte nicht.“ (Joh 8, 15)
Nein, es geht mir um etwas anderes: Darum, es den Menschen leicht zu machen. Jesus spricht von einem sanften Joch. das gefällt mir, denn es ist sanftmütig und gleichzeitig realistisch. Warum also sollten wir es den Menschen mutwillig schwer machen?

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