Zwischenauswertung auf dem spirituellen Weg

Nun beschäftige ich mich noch nicht sehr lange mit dem ’neuen‘ Thema, aber da die Beschäftigung doch schon sehr intensiv war, wage ich ein Zwischenfazit.
Die Herausforderung, das geradezu Schmerzhafte besteht für mich in der Tatsache, dass mir das Spektakuläre, Grenzwertige, Neuartige fehlt. Einerseits lese ich momentan Bücher, die quasi religiöse Massenware sind (Rohr, Steffensky etc.), die ‚in‘ sind. Das fühlt sich komisch an, widerspricht völlig meiner Persönlichkeitsdisposition. Andererseits entdecke ich kaum Neues. Ich nicke fleißig, freue mich über Deckungsgleiches, genieße es, eigene Erkenntnisse jetzt auch einmal schwarz auf weiß zu haben. Tertium: Seit meinem 18. Lebensjahr (und das ist lange her) ernähre ich mich von Drewermann, Becker & Co. Die empfinde ich nach wie vor als sehr viel spannender und herausfordernder. Das, was ich momentan lese, hat dem nichts hinzuzufügen, sondern untermauert eher bereits gemachte oder erahnte Erkenntnisse. Es fühlt sich in etwa an wie eine vor langer Zeit gestrichene Wand, deren Farbe man noch einmal neu aufträgt, um die Wirkung zu verstärken und zu erneuern. Das ist eben nicht besonders hip, aber es bewirkt trotzdem etwas.
Ich werde den eingeschlagenen Weg weitergehen. Das Versäumte nachholen. Und das alles irgendwie integriert bekommen. Es muss ja auch nicht immer alles furchtbar originell sein. Viel mehr geht es darum, das Gelesene auch ins Leben zu integrieren. Und mit Anderen an einem Strang zu ziehen, Bundesgenossen zu suchen, anstatt sich zu separieren. Eigentlich ist es dieselbe Sehnsucht, die wir teilen.
Währenddessen abreitet es aber doch schon ganz schön gewaltig in mir. Besonders wohltuend ist die Erkenntnis, nicht alleine zu sein, gemeinsam auf dem Weg zu sein, Gesprächspartner zu haben. Das war über 20 Jahre lang, mehr als die Hälfte meines Lebens, ganz anders. Da habe ich mich natürlich aus Selbstschutzgründen gesinnungstechnisch auch ganz schön abgekapselt. Die Hauptaufgabe besteht nun wohl darin, diesen Panzer langsam, Schicht für Schicht abzulegen. Das ist brutale Arbeit, und ich werde dabei drei Schritte nach vorne und zwei zurück gehen, um es mit Herrn Rohr zu sagen.
Dessen erstes Buch ich btw auch schon 1987 gelesen habe. So klein ist die spirituelle Welt.

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