Warum Köhler gescheitert ist

Für mich klingt das alles nach Verbitterung und Vereinsamung. Dass er kein großer Netzwerker ist, hat er selbst gesagt. Dass er von der Misserfolgsgeschichte der Schwarzgelben enttäuscht ist, ebenfalls. Sicher hat er hart gearbeitet, und es ist wenig dabei herausgekommen. Vor einem Jahr wurde der Vertrag verlängert, das gab neuen Schwung, aber der hält eben nicht für die ganze Laufzeit.
Nun eine Kränkung, die die Panzerung durchschlägt, die weh tut, bohrt, verwundet.
Das war zu viel. Scheinbar stand ihm niemand bei, scheinbar bat er nicht um Hilfe.
Dass er Merkel erst zwei Stunden vor der Pressekonferenz über seinen Schritt informiert, spricht Bände.
Jedermann ist nun schockiert. Das hätte ihm niemand zugetraut, er wirkte doch so stark, intakt, es war doch alles gut.
Um es zusammenzufassen: Was Köhler fehlte, war ein Supervisor. Jemand, mit dem er an sich und seiner Arbeitszufriedenheit werkeln konnte. Und ein Netzwerk von Unterstützerinnen und Unterstützern, mit denen er Klartext hätte reden können, die ihm Gegenüber gewesen wären, ihn auf den Pott gesetzt hätten.
Hätte er nur frühzeitig an dieser Stelle investiert. Dann würde er nun nicht wie die beleidigte Nudel dastehen.
Denn dieser Eindruck wird bleiben. Na ja, außerdem Dienstwagen, Büro, Bediensteter, 199.000€ Jahreseinkommen plus 79.000€ Aufwandsentschädigung. Aber der Abgang, der wird ihm immer bleiben.
Hätte er nur.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: