Tschüs, Buch!

Seit nunmehr 35 Jahren lese ich. Und das tüchtig. Ich will gar nicht wissen, wie viele Seiten ich in dieser Zeit umgeblättert habe. Auf ca. 80% aller Fotos aus Kindheit und Jugend habe ich ein Buch vor der Nase.
Aber damit ist nun weitgehend Schluss. Vermutlich, sage ich einschränkend.
Seit nunmehr einer Woche habe ich mich dem Ebookreader verschrieben. Statt in regelmäßigen Abständen ein neues Buch in die Hand zu nehmen, ist es nun ein Alugehäuse mit Sechszollbildschirm, mit dem ich einen Großteil meiner Freizeit verbringe.
Warum?
Lange habe ich mich gesträubt. Über den Niedergang der guten, alten Buchlesekultur lamentiert.
Bis ein Freund mir seinen Ebookreader lieh. Ja, regelrecht aufnötigte. Ich fand’s ganz nett, war aber nicht begeistert.
Nun, Monate später, habe ich den harten Schnitt vollzogen: Alles, was geht, liest sich von nun an digital.
Ein paar Vorteile im Überblick:
-Nie wieder rausgerutschte Lesezeichen. Der Reader merkt sich die Stelle.
-Keine an vielen Stellen herumliegenden Bücher (meistens lese ich 2-4 gleichzeitig). Alles an einem Ort.
-Markierfunktion für interessante Textstellen: Einmal anklicken, und schon ist die Zitatesammlung um ein Schätzchen reicher. Nie wieder Panikaktionen wie: „Scheiße, wo hat Eco noch diese coole Bemerkung über die Bedeutung menschlicher Körperöffnungen für die christliche Mystik gemacht?“ Nee, SuFu, Begriff eingeben, fertig!
-Textgröße frei veränderbar. Das ist super für abends im Bett, wenn die Augen müde sind. Einfach größer stellen, das Auge dankt es.
-Einhandbedienung möglich! Statt umständlichem Umblättern einfach cool über den Bildschirm wischen oder einmal auf den Knopf klicken.
-Nun kann ich mir endlich diese Über-Kopf-Buchhalteaufhängung fürs Bett bauen, von der ich seit Jahrzehnten träume!!! Für’s Buch ging das nie – umblätterbedingt. Oder vielleicht ein Drahtgestell vor den Kopf? Das wäre doch klasse!
-Wie oft sitze ich in Schulungen oder Sitzungen, in denen eigentlich nur meine körperliche Anwesenheit erforderlich ist. Nicht immer, aber manchmal für längere passagen. Buch rausholen ging da nicht. Aber ein kleines flaches Aluding, dessen Bildschirm dank E-Ink unauffällig unbeleuchtet ist, bemerkt niemand. Ich schwör’s, ist ausgiebig praxiserprobt…
Je mehr ich das Ding benutze, desto weniger vermisse ich das gute, alte Papierbuch.
Natürlich wird es das bei mir auch weiterhin noch geben. Aber ich denke, die Quote wird auf unter 50% sinken.

Aber vielleicht kommt alles ja doch ganz anders.

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2 Kommentare (+deinen hinzufügen?)

  1. Fabs
    Feb 12, 2011 @ 11:48:20

    Für welche Marke bzw. welchen Typ hast du dich denn entschieden?

    Antwort

  2. diewahrheitistuntoedlich
    Feb 12, 2011 @ 17:54:57

    Sony PRS-650

    Antwort

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