Meine erste „Ausstellung“

Das heimische Wohnzimmer muss ein paar Wochen auf sie verzichten. Vielleicht auch, Dawanda sei Dank, für immer?

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Tiere essen

Die meisten werden jetzt nicht weiterlesen. Denn es ist ja klar, was kommt. Kann gar nicht anders.

Gerade lese ich ein Buch. Tiere essen. Genauer gesagt lese ich es seit Monaten. Immer wieder pfeffere ich es in die Ecke. Immer wieder nehme ich es erneut in die Hand. Es ist ein Kampf.

Denn hier treffen zwei Prinzipien aufeinander, die scheinbar nicht vereinbar sind: Einerseits will ich ein guter Mensch sein. Morgens in den Spiegel sehen und so. Andererseits will ich das Leben genießen können. Steaks grillen und so.

Sinngemäß passt da ein Satz von Juli Zeh: „Wie wollen wir denn nun sein: stark, schön und erfolgreich – oder edel, hilfreich und gut?“ Ich muss mich entscheiden. Bewusst oder unbewusst leben. Oder immer wieder vom einen in den anderen Zustand hinüberwechseln?

Neulich unterhielt ich mich mit einer Bekannten, die Vegetarierin ist. Ich fragte sie, wie sie das macht. Sie zuckte mit den Schultern und meinte: „Meine Eltern waren Vegetarier. Ich kenne es nicht anders.“ Ich fragte sie, was sie empfindet, wenn ihr Grillgeruch in die Nase steigt. Sie denkt kurz nach. „Nichts.“

Ich beneide sie. Denn so etwas wie das hier wird auch sie betroffen machen. Aber anders als mich. Es macht mich wütend. Aber es beschämt mich auch. Denn ich mache mit.