Piraten

Also ich freue mich ja für Berlins Piratin und Piraten. Auch wenn sie „uns“ sicher viele Stimmen entführt haben – was soll’s.

Auf ihrer Pressekonferenz – buntes Durcheinander, semiprofessionelles Auftreten. Sympathisch. So ist es eben, wenn man plötzlich 8,9 Prozent hat.

Ich bin heilfroh, dass damals im April, als wir von null auf 13,9 Prozent katapultiert wurden (bei der Länge der Liste hatten wir jedoch besser vorgearbeitet), keine Presse anwesend war. Denn ich bin ebenso breit grinsend durch die Gegend gestolpert, habe ebenso blöd aus der Wäsche geschaut – wie eine Kuh beim Gewitter.

Was jetzt kommt – ja, das hatten wir  damals auch: Sich orientieren, lernen, Lehrgeld zahlen. Zu jedem Thema sofort eine Meinung haben. Komplexe Zusammenhänge schnell erfassen. Anfangs über den Tisch gezogen werden. Sich schwören, dass das nicht wieder passiert. Was mit der Zeit dann auch Realität wird.

Politik ist faszinierend. Anders als das, was man sonst so kennt. Wenn man bei den Themen bleibt, wenn man sich immer wieder neu sagt, dass es um Leidenschaften, Überzeugungen, Inhalte geht und nicht um Macht – dann hat man eine einigermaßen gute Chance, nicht zum Gesinnungsmonster zu verkommen. Ansonsten wird man ganz sicher an sich selbst verzweifeln.

Wenn die Piratin und die Piraten das beherzigen – und ich wünsche es ihnen sehr – dann können sie eine sehr interessante und relevante Zeit erleben.

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Ein Kommentar (+deinen hinzufügen?)

  1. Tim
    Sep 19, 2011 @ 16:29:35

    Vor der Wahl ist nach der Wahl. Schön, dass es die Piraten geschafft haben, ins Abgeordnetenhaus einzuziehen. Schön, dass wenigstens eine der „etablierten“ Parteien draußen ist. Da kommt Hoffnung auf 😉 Ich wünsche den Piraten nur, dass sie nie ergessen, woher sie kommen und wem sie verpflichtet sind. Allerdings frage ich mich, wieso SPD und CDU noch jeweils über 20% kommen. Wie kann man ein Wahlergebnis unter 30% bei etwa 60% Wahlbeteiligung als „Sieg“ feiern? Sollten die Parteien nicht dem Wähler danken, überhaupt noch da zu sein und lieber mal darüber nachdenken, warum sie keine Mehrheiten wie früher mehr bekommen. Die Statements der Parteienspitzen zeugten durchweg von Unverständnis und Inkompetenz.

    Antwort

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