Neulich beim chatten (achtung, ist mit Nachdenken…)

Ca$h: hi
Ca$h: Chatte ich eigentlich in der Woche von 8-14 Uhr viel?
Yoop: ja, eigentlich biste da nur am rumlabern im irc
Ca$h: Gut, danke.

[1 Stunde später]
Ca$h: ihr bastarde
Xenon: was ist denn los?
Ca$h: wegen euch w******* darf ich meine sachen packen, warum habt ihr meinem chef gesagt, ich würde während der arbeitszeit nur chatten?

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Herr Hofmeister

Herr Hofmeister (ostwestfälisch korrekt ausgesprochen Hoffmeister), Deutsch und Geschichte. Besondere Kennzeichen: dunkelgelbe Zähne, bis in die erste Sitzreihe reichende feuchte Aussprache, muffige Anzüge (wirklich mehrere?). Spitzname: „Nöffnöff“.
Herr Hofmeister gab sich wegen akuter Antipathie in den Klassen 7-9 reichlich Mühe, mir den Spaß an meinem Lieblingsfach Geschichte zu verderben. Dies gelang ihm deshalb nicht, weil mir die Geheimwaffe und -droge „DTV-Atlas zur Weltgeschichte Band I (und II)“ zur Verfügung stand. Außerdem garnierte Herr Hofmeister seine Monologe gerne reichlich mit dem Phonem „Öffnöff“.
Kostprobe?
„Tom, wann genau begann der Zweite Weltkrieg?“
„1. September, 4 Uhr 45 mit dem Beschuss der polnischen Westernplatte durch den Kreuzer „Schleswig-Holstein“. Hitlers Ausspruch „Ab 5 Uhr 45 wird zurückgeschossen“ war ein Fehler. In Wahrheit hatten aber die Japaner bereits…“
„Öffnöff öffnöff, in Ordnung. Schlagt das Buch auf Seite öffnöff 58 auf.“
(Er versuchte es dann auch noch erfolglos mit dem Untergang des Römischen Reichs.
Schließlich knackte er mich mit dem Eröffnungsdatum des Suezkanals. Franzosenkrams hat mich noch nie interessiert. Also gab’s mal wieder eine 3.)
In Deutsch hatte Herr Hofmeister es leichter. Sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was andere beim Verfassen irgendwelcher zeilen empfunden haben mögen, fand ich schon immer überflüssig und langweilig.
Absoluter Tiefpunkt: „Blaue Nächte in Berlin“. Gedichtinterpretation. Ich mutmaßte, es handele sich um ein aufgrund von Pressezensur gut getarntes politisches Pamphlet. Da die Polizeiuniformen zu Zeiten der Weimarer Republik in Berlin grau, im 3. Reich braun und heutzutage grün seien, müsse es sich um ein Produkt der Kaiserzeit handeln.
Das brachte mir meine erste 5 ein. Es war nämlich ein Liebesgedicht. Zu meiner großen Befriedigung (und dementsprechend Herrn Hofmeisters Ärger) musste ich keine Berichtigung der Arbeit abliefern, weil ich keinen Rechtschreibfehler gemacht hatte.
Ansonsten vertrieben wir uns die Zeit damit, Herrn Hofmeisters Öffnöffs per Strichliste zu dokumentieren. Der Rekord lag bei 105 pro Schulstunde.

Bärbel Schäfer, renovierungsbedürftig

Liebes Tagebuch,
vor einiger Zeit – der Sinn stand nach etwas Urbanität – fuhr ich nach Frankfurt.
Mit einer ortskundigen Person hatte ich mich am Eingang des Palmengartens verabredet. Wegen massiger Verfrühung (Navi sei Dank), wurde der Ibiza vor einem Gründerzeithaus in einer Seitenstraße geparkt und das für solche Fälle immer mitgeführte Buch aus der Tasche gezogen.
Zwei Radfahrer, die vor dem Eingang des Hauses standen, warfen mir hin und wieder Blicke zu, schienen aber Wichtiges zu besprechen zu haben.
Einige Seiten später störte eine abenteuerlich gekleidete Frau den literarischen Spannungsbogen. In ein übelst ausgebeultes Joggingdesign und eine riesige Schirmmütze gehüllt, plauderte sie lustig mit den Radlern, während sie den mitgeführten Müllbeutel in den dafür zuständigen Eimer pfefferte. Als sie mich (für eine Frau ungewöhnlich lange) ansah, entdeckte ich einen riesigen, bunt schillernden blauen Fleck auf ihrer linken Gesichtshälfte. Mal locker von Stirn bis Kinn.
Ganz schön asoziale Gegend hier, dachte ich und vergewisserte mich emsig lesend, ob der Protagonist den nächtlichen Dolchangriff in der Subura überstehen würde.
„Die sieht ja aus wie Bärbel Schäfers bekiffte Schwester“, fuhr es mir durch den Hirnlappen, jedoch der mutig geführte Caestus von Decius Caecilius Metellus dem Jüngeren verhieß mehr Zerstreuung.
Schließlich ging ich zum Eingang des Palmengartens und las dort weiter.
Nicht gänzlich ungestört, denn kurze Zeit später rasten zwei klapprige Herrenräder auf meine Bank zu und stoppten kurz davor. Eine Dienstmarke ragte keck über den Buchrand.
„Was auch immer sie jetzt tun, bewegen sie sich sehr langsam. Dies ist eine Personenkontrolle.“
Wegen sich angeblich in dieser Gegend ereignender Verbrechen habe man mich beobachtet, ich halte mich unverhältnismäßig lange in diesem Viertel auf. Personalausweis bitte. LANGSAM! Ich sei doch der Herr Liebknecht.
„Beinahe.“ Na, der wurde wenigstens von hinten erschossen, also drohte mir keine unmittelbare Gefahr, während ich das Dokument aus meiner argwöhnisch beäugten Manteltasche zog.
Man versuchte noch, etwas staatliche Autorität auszustrahlen, was jedoch aufgrund des wirklich lächerlichen Aufzugs und meines restlos reinen Gewissens (das mit der verspätet abgegebenen Steuererklärung hatten sie doch wohl nicht in ihrer Datei) nicht auf befriedigende Weise gelang.
Zivilbeamter 1 ab.
Zivilbeamter 2 ab.

Von der bald danach eintreffenden ortskundigen Person erfuhr ich, dass Bärbel Schäfer nebst Michel Friedman in besagtem Haus wohnten.

Quod erat expectandum.

Fazit: Talkshowerinnen und ich, das ist noch nie gut gegangen.
Fragt Arabella.

Buchtipp des Tages: Rainer Crummenerl, „Was ist was Band 120, Polizei.“

Kühe umschubsen

Yahoo Clever-Frage:
„Kann man Kühe im Schlaf umschubsen?“
„Ihr kennt doch diese Legende. Woher kommt sie und was hat es damit auf sich? Is doch bestimmt ein -Heiden-Spaß ;)“

Beste Antwort – ausgewählt von dem Fragesteller
„Kühe haben kaum die Möglichkeit durch „nen Schritt beiseite“ eine Querkraft zu kompensieren…und lassen sich dadurch tatsächlich umschubsen.ABER VORSICHT,Die Tiere können(ist sogar sehr wahrscheinlich) sich dabei sehr ernstahfte Verletzungen zuziehen!!!! Erstens,hoffe ich das Du genug anstand besitzt und nicht möchtest, dass durch Dein handeln ein Tier stirbt (oder zumindest leidet)ZWEITENS,falls Du Dich davon nicht abhalten lässt, dann vll von der Tatsache, dass so ein Viech auch einen sehr großen materiellen Wert hat. Wenn Du für ein paar Tote Viecher zahlen musst, dürftest Du ein ganzes Weilchen in den Schulden bleiben.DRITTENS,hat so ne Kuh auch einen ausserordentlich festen Tritt,also wenn Du die falsche erwischst, wirst Du wohl ernsthafte Verletzungen davontragen. „

Bewertung des Fragenden: „Werde mich sicher an keiner Kuh vergreifen und hoffe, auch niemanden dazu angeregt zu haben…Viel Spaß beim Clevern: UlliVersum“

Andere Antworten
„glaub ich nicht,weil die Kühe sich meistens hin legen zum schlafen und deshalb nicht möglich“

„Lass das du willst doch im Schlaf auch nicht umgestoßen werden“

„Kannst Du, aber warum? Die Legende beruht bestimmt darauf, weil sich schlafende und liegende Kühe nur mit Kraftaufwand bewegen lassen.“

„Im Gegensatz zu Pferden schlafen Kühe ausschliesslich im Liegen!Umschubsen ist also nicht…“

„Wenn du schläfst schubst DU keine Kuh um, (nochnichtmal wenn du wach bist schaffst du das)Wenn Kühe Schlafen schubst du die nicht um, weil die liegen schon am Boden.Ist keine Legende das ist Stammtischgelabbe von Halbbesoffenen.“

„Nein, geht nicht… Die Legende stammt aus den gallischen Schriften von Cäsar. Die Germanen hatten Cäsar weiß gemacht, dass Elche keine Kniegelenke hätten und sich zum Schlafen an einen Baum lehnen würden. Und und man könnte Elche erlegen, in dem man den Schlafbaum ansägen würde. Wenn der Elche sich anlehnt, dann fällt er um.Übersetzt in ein heutiges Märchen für Menschen aus der Stadt, die Kühe lila malen, ist das dann die obige Legende.“

Eintracht Zwietracht

Liebes Tagebuch, ich war 10 Jahre alt, besuchte neuerdings die 5. Klasse des Ratsgymnasiums Minden (geger. 1530) und mein bisher schlimmstes Vergehen bestand darin, einmal zu spät zur Schule gekommen zu sein. Da kam ich in Berührung mit Jugenddrogen.

Unseligerweise zog ich meinen Bruder mit in die Sache hinein, und so standen wir schon sehr bald beim Händer an der Ecke und gaben unser ganzes Taschengeld für diese Tütchen aus. Es war furchtbar. Und alles nur, um das hier voll zu bekommen.

Irgendwann überlegten wir uns, dass wir von irgendwas Fan werden müssten, um die immensen Kosten zu rechtfertigen. Der Deal war simpel: Wir werden Fan von dem Verein, dessen Wappen wir als erstes aus dem Tütchen ziehen.

Tim hatte unglaubliches Pech. Der arme Junge.

Mir aber ging es nach Psalm 16,6-7: „Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden. Ich lobe den HERRN, der mich beraten hat.“

Na ja, manche Lebenssituation lebt ja vom Verheißungsüberschuss.

Damit begann eine lange Freundschaft (Achtung, Lautsprecher anschalten für den Link!).

Sie hier (ich fand sie sooooo scharf…) kam erst sechs Jahre später dazu. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bis zu meinem ersten Livespiel sollte es aber immerhin sechsundzwanzig Jahre daueren. Eintracht-1860, in der Allianz-Arena. In der U-Bahn war die Stimmung bedenklich, Löwen und Adler belauerten sich im Waggon und begannen, mit Bierpullen zu werfen. Bis jemand geistesgegenwärtig „FC Bayern, Hu***söhne“ anstimmte. Da lag man sich bierselig in den Armen.

Und das Spiel war dann der Hammer

Höllenschlund Deluxe


Liebes Tagebuch, da wurde mir doch gestern kurzzeitig ganz eschatologisch ums Herz. Das war, als ich nach wochenlanger arbeitsbedingter Abstinenz endlich wieder auf dem Crosstrainer des Fitnesstudios meines Vertrauens stand.

Aber daran lag es nicht.

Das war, nachdem ich mich darüber unterhalten hatte, ob ich mich mit meinem Blog in Teufels Küche schreibe oder nicht.

Ja, das war es.

Da habe ich mich doch gefragt, wie man geartet sein muss, um jemanden in diese auch gastronomisch fragwürdige Lokalität zu befördern. Freiwillig wird da ja niemand hingehen.

Aber die Frage ist doch: Gibt es eine Hölle? Ich sage: Ja.

[Aber nicht zu früh gefreut, liebe Bibeltreue]

Der Mensch muss die Freiheit haben, sich gegen Gott zu entscheiden. Das führt in die Gottesferne = Hölle.

Nächste Frage: Wie sieht die Hölle aus? Ich stelle sie mir nicht klassisch mit Kochtopf, Bratspieß usw. vor. Meine persönliche Phantasie: Das, wonach wir in unserem Leben gestrebt haben, unsere Sehnsüchte und Ziele, wird erfüllt werden. Will meinen: Autoliebhaber, Harmoniesüchtige, Familientiere, Nymphomanen usw. bekommen eine ganze Ewigkeit lang das serviert, was sie haben wollten. Wenn das mal nicht die Hölle ist.

Letzte Frage: Ist Gott hart genug, um Menschen in der Hölle schmoren zu lassen? Das ist vertrackt. Ich fürchte ja und hoffe nein. Ersteres nehme ich bis zum endzeitlichen Beweis des Gegenteils als Arbeitshypothese.

Etwas Heiterkeit zum Abschluss?

„unsK1LL3d: schon neuigkeiten?

f9x: wegen was?

dime: weltuntergang

f9x: ja release ist verschoben“

Filmtipp des Tages: Constantine. Theologisch herausfordernd. Und wir lernen, dass ehrgeizige Engel was auf die Flügel bekommen.

So, gibt’s hier jetzt endlich mal eine Diskussion? Kommentare bitte!!!

Zu Tode googeln

Gestern abend Interview mit einem Personaler einer großen deutschen Firma gesehen.
„Vor dem Bewerbungsgespräch mit Herrn X habe ich ihn gegoogelt und ein Foto gefunden, auf dem Herr X sich mit einer Bierflasche in der Hand übergibt. Dieses Foto habe ich dann während des Termins mit dem Beamer an die Wand geworfen. Das Gespräch wurde daraufhin sehr interessant.“
Herr X hat den Job trotzdem bekommen. Mit seiner spontanen und offenen Reaktion konnte er den Personaler überzeugen.
Aber macht schon nachdenklich, hm?

Dann gab’s da noch die Geschichte, dass eine Frau plötzlich Spammails bekam, in denen ihr Umstandsmode angeboten wurde. Google hatte erkannt, dass sie sich gezielt über das Thema Schwangerschaft und Geburt zu informieren begann. Sie war im zweiten Monat schwanger. Die Google-Datenbank wusste es vor ihrem Freund.

Ging mir neulich ähnlich. Habe eine gute Freundin mal wieder gegoogelt, um zu sehen, was sie so macht. Und sie in einem Forum für Hochzeitsinformationen gefunden. Voila – demnächst heiratet sie. Hab‘ ich gewusst, bevor es offiziell war.

Ganz schön gruselig.

Buchtipp des Tages: Johnny Long, „Google Hacking“

P.S.: Habe mich gerade mal selbst gegoogelt. Unglaublich. Und muss gleich mal drei Dinge dementieren: 1. habe ich nix mit Irland und der gälischen Sprache am Hut, 2. sammele ich keine Briefmarken und 3. spiele ich kein Eishockey. Obwohl das Foto süß ist.

Und wie bei allen Gurkenlastern bin ich auf eine Fanpage von Daniel Küblböck geraten???

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